Tierschutz

Reptilienauffangstation muss erhalten werden - Grüne fordern Unterstützung für Station ein

Im Umweltausschuss wurden diese Woche ein Antrag der Grünen und einige Petitionen von Privatpersonen zum Thema Erhalt der Reptilienauffangstation in der Münchner Kaulbachstraße behandelt. Wir Grüne setzen uns intensiv für den Erhalt der Station ein.

Die private Reptilienauffangstation ist die einzige Einrichtung in Südbayern, die so genannte „Exoten“ und „gefährliche Tiere“ aufnimmt, die andere Tierheime nicht aufnehmen können oder dürfen. Exoten oder gefährliche Tiere sind z.B. Schlangen (darunter Giftschlangen), Krokodile, Schildkröten, Fische, Vogelspinnen, Chamäleons und verschiedene andere Echsen, aber auch Affen und sonstige Tiere aus fremden Ländern. Diese Tiere kommen in die Station, wenn sie vom Zoll am Flughafen beschlagnahmt werden, wenn sie Tierhaltern wegen schlechter Haltungsbedingungen oder mangelnder Qualifikation zum Halten solcher Tiere entzogen werden oder wenn sie ausgesetzt oder abgegeben werden. Da es außer der Reptilienauffangstation keinerlei Einrichtungen gibt, die diese Aufgabe übernehmen könnte, ist die Station von immenser Wichtigkeit. Sie kommt neben dem reinen Tierschutz auch der eigentlich staatlichen Aufgabe des Artenschutzes nach, da viele der Tiere streng geschützt sind. All das ficht jedoch die Staatsregierung offenbar nicht an: Außer einem jährlichen Beitrag, der die Kosten der Station bei weitem nicht deckt, kümmert sich der Freistaat nicht um die Station.
Die Reptilienauffangstation ist mittlerweile völlig überbelegt, die Räume sind bis unter die Decke mit Terrarien und Aquarien vollgestapelt, die MitarbeiterInnen an der Grenze der Leistungsfähigkeit angelangt. Zudem wurde bereits bekannt, dass die Eigentümerin der Räumlichkeiten, die Ludwigs-Maximilians-Universität, die Räumlichkeiten in absehbarer Zeit selbst benötigt und die Reptilienauffangstation deshalb neue Räume brauchen wird. Deshalb plant die Station seit längerem einen Neubau und ist hierfür in der Gemeinde Neufahrn fündig geworden. Nachdem die Staatsregierung zunächst eine finanzielle Unterstützung dieses Neubaus angedeutet hatte, wurde diese Zusage mittlerweile zurückgezogen. In der Diskussion im Umweltausschuss wurde offensichtlich, dass die CSU mit allerlei Ausreden versucht, sich aus jeder Verantwortung für die Station zu stehlen. Anträge auf finanzielle Unterstützung der Station beim Neubau wurden von der CSU allesamt abgelehnt.
Rosi Steinberger, tierschutzpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen, stellte deshalb einen Antrag, dass die Staatsregierung darlegen solle, welche Maßnahmen sie für die Rettung der Reptilienauffangstation unternehmen werde und wie sie sich in Zukunft die Unterbringung der „Exoten“ vorstellt.
Rosi Steinberger: „Die Reptilienauffangstation, die ich kürzlich persönlich besucht habe, übernimmt außerordentlich wichtige Aufgaben des Tierschutzes. Hochqualifizierte Mitarbeiter kümmern sich hier vorbildlich um Tiere, die sonst nirgends unterzubringen sind. Das sind Aufgaben, die eigentlich in staatlicher Verantwortung liegen. Deshalb kann es nicht sein, dass sich die Staatsregierung mit einem viel zu geringen jährlichen Unterstützungsbetrag aus der Verantwortung stiehlt und keinerlei Anstalten macht, den dringend notwendigen Neubau in irgendeiner Form zu unterstützen. Mit unserem Berichtsantrag muss die Staatsregierung Farbe bekennen.“
Die CSU hat dem Antrag mit der Änderung, dass zuerst weitere Vorschläge für einen Neubau durch die Station kommen müssen, zugestimmt. Damit wurden die Antworten weit in die Zukunft verschoben. Was die CSU natürlich nicht gesagt hat: Wie mit exotischen und gefährlichen Tieren umgegangen werden soll, wenn es die Station nicht mehr gibt. Tierschutz und damit die Achtung unserer Mitgeschöpfe gehört offenbar nicht zum Spektrum der CSU.