Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen

Unser Wald - Unser Wasser - Unser Leben

Herbstklausur 2021

Die grüne Landtagsfraktion trifft sich von Mittwoch, 22., bis Freitag, 24. September 2021 zu ihrer Herbstklausur 2021 in Fürth, Mittelfranken. Unter dem Motto „Unser Wald, unser Wasser, unser Leben“ geht es unter anderem um Naturräume des Klimaschutzes, Wasserschutz durch Bio-Landwirtschaft und den Wald der Zukunft. 

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Programm

Tagungsort: Hotel Forsthaus Nürnberg Fürth

Mittwoch, 22.09.21
12:30: Auftakt-Pressekonferenz (Katharina Schulze, Ludwig Hartmann, Barbara Fuchs)
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> Hier finden Sie O-Töne zum Auftakt der Klausur von Ludwig Hartmann zu den Schwerpunkten und der besonderen Verantwortung Bayerns beim natürlichen Klimaschutz.

Barbara Fuchs machte als regionale Abgeordnete bei der Auftakt-Pressekonferenz auf ein geplantes Amazon-Logistikzentrum aufmerksam, das direkt neben einem Wasserschutzgebiet bei Allersberg entstehen soll: „Die unterirdischen Wasserströme bewegen sich dann unter einem Logistikzentrum und landen angesichts der Bodenversiegelung irgendwo, nur nicht im Wasserschutzgebiet. Eine völlig falsche Weichenstellung für die Trinkwasser-Situation der nächsten Generationen. Ökologie und Ökonomie sind nicht voneinander zu trennen."

Katharina Schulze fordert konsequenten Klimaschutz im Hier und Jetzt: "Es liegt in unserer Verantwortung, dafür zu sorgen, dass auch die nachfolgenden Generationen gut leben können. Klimaschutz ist kein nice-to-have, sondern ein must-have! Klimaschutz schützt unseren Wohlstand, unsere Arbeitsplätze und die Freiheit künftiger Generationen."

"Begreifen wir die Natur - Wald, Wasser, Moore - als unsere Verbündete beim Klimaschutz", sagt Ludwig Hartmann. "Wir brauchen einen doppelten Aufbruch beim Umweltschutz - technisch und natürlich! Gerade beim Wald geht es darum, die Balance zwischen Nützen und Schützen zu wahren. Der natürlich Teil des Klimaschutzes, unsere Lebensgrundlagen kommen auf unserer Klausur zum Tragen. Wir brauchen eine neue Kategorie von Schutzgebieten: Klimaschutzgebiete!"

14:00-18:30: Politische Lage -  Interne Beratungen

19:30-21:00: Grüne im Dialog
Gespräch zum Thema „Jüdisches Leben der Gegenwart in Deutschland“ mit Daniela F. Eisenstein, Direktorin des Jüdischen Museums Franken, und Ruth Ceslanski, Jüdische Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Franken e.V.


Download Pressepapier Auftakt-Pressekonferenz 22.09.2021


Donnerstag, 23.09.21

10:00 Ortstermin "Steigerwald – ein dritter Nationalpark für Bayern"
Pressekonferenz mit Dr. Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender Bündnis90/Die Grünen im Deutschen Bundestag, der Fraktionsvorsitzenden der Landtags-Grünen, Katharina Schulze und der stv. Fraktionsvorsitzenden Gisela Sengl und Dr. Günther Denzler, ehem. Landrat Bamberg, ehem. Präsident Bezirkstag Oberfranken
Ort: Historikhotel Klosterbräu, Marktplatz, 4 96157 Ebrach
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Hier finden Sie O-Töne der Pressekonferenz und der anschließenden Wanderung im Steigerwald:

210923 GRÜNE HERBSTKLAUSUR - Steigerwald - Katharina Schulze - Bedeutung 3. Nationalpark
210923 GRÜNE HERBSTKLAUSUR - Steigerwald - Katharina Schulze - Weitere Schritte Nationalpark
210923 GRÜNE HERBSTKLAUSUR - Steigerwald PK  - Dr. Günther Denzler - Pro Nationalpark
210923 GRÜNE HERBSTKLAUSUR - Steigerwald PK - Dr. Anton Hofreiter - Echten Naturschutz wählen
210923 GRÜNE HERBSTKLAUSUR - Steigerwald PK - Dr. Anton Hofreiter - Söder CSU
210923 GRÜNE HERBSTKLAUSUR - Steigerwald PK - Gisela Sengl - Bedeutung Nationalpark
210923 GRÜNE HERBSTKLAUSUR - Steigerwald PK - Gisela Sengl - Beispiel Berchtesgaden

Dr. Günther Denzler, ehemaliger Landrat von Bamberg und Präsident des Bezirks Oberfranken fordert auf unserer Pressekonferenz dazu auf, den Steigerwald endlich zum Nationalpark zu erklären: „Laut Unesco-Welterbekonvention hat der Steigerwald mit die wertvollsten und hochwertigsten Buchenbestände in ganz Europa. Wir müssen sie endlich unter Schutz stellen. Fakt ist, dass 75% der Bevölkerung in der Region für einen Nationalpark vor Ort sind.“

Auch unsere Fraktionsvorsitzende Katharina Schulze siehr den Steigerwald als "ein Juwel, das wir schützen müssen. Wir müssen ein deutliches Zeichen setzen: Bayern braucht einen Dritten Nationalpark. Jetzt und nicht erst in 100 Jahren!"

Dr. Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender Bündnis90/Die Grünen im Deutschen Bundestag, appeliert direkt an Ministerpräsident Markus Söder: „Die Frage ist, schaffen wir es noch, die Klimakrise in den Griff zu bekommen? Es geht um die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder. Herr Söder, setzen Sie sich für den Klimaschutz ein und schaffen Sie endlich einen 3. Nationalpark in Bayern!

Gisela Sengl, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Landwirtschaft und Ernährung weiß aus Erfahrung: „Ein Nationalpark hat nur Vorteile: Wir wissen aus den bestehenden Nationalparks, dass die Region dadurch nur gewinnen kann und attraktiver wird. Wir brauchen solche Naturwälder, die Wasser speichern, Sauerstoff produzieren und klimaresistent sind.“

10:45 Grußworte:
Dr. Liebhard Löffler, 1. Vorsitzender Verein Nationalpark Steigerwald
Daniel Vinzens, 1. Bürgermeister Ebrach

11:15 Rundgang im Steigerwald mit Dr. Anton Hofreiter und den Landtags-Grünen
Führung: Günther Oltsch, Martin Mößlein, Freundeskreis Nationalpark Steigerwald

15:00-16:30: Erhalten, was uns erhält: Unsere Moore und Wälder
Input von und Diskussion mit Dr. Martina Hudler, Dozentin für Jagdlehre und Wildtiermanagement an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

16:30-18:00: Erhalten, was uns erhält: Unser Wasser (Vortrag presseöffentlich)
Input von und Diskussion mit Dr. Marlene Gruber, Wasserzweckverband Rottenburger Gruppe

19:00: Grüner Abend mit lokalen und regionalen Stakeholder*innen


Freitag, 24.09.21

09:30 Fotoaktion zum Klimaschutz (Hotelgarten)

Klimaschutz – eine Aufgabe für uns alle

Die Klimakrise ist die Existenzfrage unserer Zeit. Wenn wir jetzt und in den nächsten Jahren konsequent handeln, können wir die Krise noch stemmen. Ambitionierter Klimaschutz bringt riesige Chancen mit sich: er schafft neue sichere Arbeitsplätze und klimagerechten Wohlstand, macht unsere Städte und ländlichen Räume lebenswerter und ist die Voraussetzung dafür, die Freiheit kommender Generationen zu erhalten. Diese Chance gilt es jetzt zu ergreifen.

Die Temperaturen haben sich seit der Industrialisierung massiv erhöht. Klimazonen verschieben sich. Hitzerekorde, Dürren und Überschwemmungen nehmen zu. Bald erreichen wir Kipppunkte, ab denen sich der Klimawandel auch ohne weiteres menschliches Einwirken verstärken wird: Permafrostböden tauen auf und setzen weitere Treibhausgase frei. Polkappen und der Grönland-Eisschild schmelzen immer schneller ab. Ökosysteme wie der Amazonasregenwald geraten unter Druck und drohen zu kollabieren. Bei ungebremstem Klimawandel könnte der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 um mehr als 1 Meter steigen. Schon heute leiden die ärmsten und verwundbarsten Bevölkerungsgruppen am stärksten unter dem Klimawandel, obwohl sie am wenigsten dazu beigetragen haben.  Wir brauchen ein Klimaschutz-Sofortprogramm und Menschen, die das Thema als Aufgabe für uns alle begreifen und danach handeln.

10:00-12:00 interne Beratungen

12:00: Abschluss-Pressekonferenz mit den Fraktionsvorsitzenden der Landtags-Grünen, Katharina Schulze und Ludwig Hartmann, Martin Häusling, MdEP, Koordinator für die Grünen/EFA im Agrarausschuss (AGRI), Mitglied des Umweltausschuss (ENVI) und Dr. Ralf Straußberger, Waldreferent BUND Naturschutz in Bayern e.V. mit einer gemeinsamen Erklärung „Ein Wald für uns alle – Staatswald zu Bürgerwald machen“.
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Ludwig Hartmann auf unserer Abschluss-Pressekonferenz: „Der Wald ist die grüne Lunge Bayerns und keine Geldmaschine. Es war grundfalsch, über Jahrzehnte eine gewinnorientierte Forstwirtschaft zu betreiben und den dringend notwendigen Waldumbau hierüber zu vernachlässigen. Für einen echten Lebens- und Bürgerwald müssen jetzt neben den ökonomischen Interessen die Leistungen für Mensch, Klimaschutz und Artenvielfalt in den Vordergrund rücken. Der Staatswald ist unser Wald, der Wald der Bürgerinnen und Bürger. Das bedeutet auch, dass kein bestehender Staatswald mehr für neue Gewerbeansiedlungen gerodet werden darf. Hier muss Gemeinwohl vor Profitinteresse stehen.“

Dr. Ralf Straußberger, Waldreferent BUND Naturschutz in Bayern e.V.: „Die Wälder sind insgesamt bedroht. Vor allem Fichten- und Kiefernwälder können das Klima nicht mehr aushalten. Sie sterben uns auf großer Fläche ab. Wir brauchen einen anderen Umgang mit ihnen, allem voran muss das im Staatswald erfolgen.“ Straußberger ruft dabei zum Handeln auf: „Wir müssen jetzt umsteuern – und nicht erst in 20 oder 30 Jahren. Das gilt auch für die Holzverwendung: So ist es nötig, mehr Holzbau zu betreiben und nicht einen großen Teil des Waldholzes zu verbrennen, was wiederum das Klima belastet.“

Martin Häusling, MdEP, Koordinator für die Grünen/EFA im Agrarausschuss (AGRI) fordert eine Europäische Forststrategie: „Nach der Ausrufung des European Green Deal müssen wir die Frage nach der Holznutzung beantworten. Klar ist, Kohlekraftwerke dürfen nicht durch Holzkraftwerke ersetzt werden. Holzverbrennung ist nicht CO2-neutral! Wir müssen diesen Rohstoff effektiver nützen.“

Auf der Herbstklausur haben die Landtagsgrünen drei Papiere beschlossen zu den Kernthemen Wald, Wasser und Moor.

Vor allem in der Renaturierung der Moore sieht Katharina Schulze eine große Chance: „Gemeinsam mit den bayerischen Wäldern und unserem Wasser sind die Moore unsere natürlichen Verbündeten beim Klimaschutz. Moore renaturieren und erhalten muss also unser Ziel sein. Dabei lohnt es sich auch, auf technische Innovationen zu setzen: Wir können Moore während der Renaturierung für Photovoltaik-Freiflächen nutzen. So gewinnen wir Sonnenstrom und gleichzeitig regeneriert sich der CO2-Speicher für ein besseres Klima – eine Win-win-Situation!”

Zum aktuellen Thema „Trinkwasser“ erklärt Ludwig Hartmann: „Es ist ein hohes Gut, dass wir überall in Bayern den Wasserhahn aufdrehen können und Trinkwasser herauskommt. Damit das so bleibt, müssen wir jetzt den Schutz unseres Wassers voranbringen. Immer tiefer nach Wasser zu bohren, ist hier keine Lösung. Um den Grundwasserkörper besser zu schützen, brauchen wir eine Ausweitung der Wasserschutzgebiete auf mindestens zwölf Prozent der Landesfläche bis zum Jahr 2030 – das ist mehr als eine Verdoppelung des Ist-Zustands. In diesen Gebieten müssen wir gezielt die Ökolandwirtschaft voranbringen: Denn ,Bio‘ schützt nicht nur Wasser und Böden, sondern künftig auch unseren Geldbeutel – weil eine aufwendige, kostenintensive Reinigung des oberflächennahen Grundwassers dann gar nicht mehr nötig wäre.“

PRESSEPAPIERE Abschluss-Pressekonferenz 24.09.2021

Unsere Fraktionsvorsitzenden Katharina Schulze und Ludwig Hartmann mit ihrem Fazit zur Herbstklausur im O-TON.

210924 GRÜNE HERBSTKLAUSUR - Abschluss PK - Katharina Schulze - Fazit

210924 GRÜNE HERBSTKLAUSUR - Abschluss PK - Ludwig Hartmann - Fazit

210924 GRÜNE HERBSTKLAUSUR - Abschluss PK - Ludwig Hartmann - Idee Bürgerwälder

Download Erklärung "Ein Wald für uns alle – Staatswald zu Bürgerwald machen" 24.09.2021

Download Positionspapier Wald der Zukunft 24.09.2021

Download Konzeptpapier Moor 24.09.2021

Download Positionspapier Wasser 24.09.2021


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