Menschen mit Behinderung

Inklusion ist Aufgabe aller Schulen

Die UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen von 2009 fordert einen Paradigmenwechsel in der Behindertenpolitik insgesamt. In der Bildungspolitik sind wir - gerade in Bayern - noch weit entfernt von dem beschriebenen Ziel eines inklusiven Schulsystems und der freien Wahl von Lernort und Bildungsgang für Menschen mit Behinderung. Denn das gegliederte Schulsystem in Bayern bedeutet Trennung.

Es sortiert die Kinder nach Klasse vier auf drei unterschiedliche Schularten und unterscheidet zusätzlich zwischen dem Regelschulsystem und dem Förderschulwesen mit seinerseits sieben Untergliederungen.

Im März 2011 hat eine fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe den ersten Schritt in Richtung Inklusion gemeinsam zurückgelegt und entscheidende Wegmarken markiert und im Schulgesetz verankert. So ist Inklusion Aufgabe aller Schulen, Eltern und die Kinder und Jugendlichen entscheiden selbst ob sie eine Förder- oder Regelschule besuchen wollen und – neben den bisherigen Möglichkeiten – können Schulen das Schulprofil Inklusion entwickeln. Bei den Umsetzung der schulischen Inklusion handelt es sich um einen Prozess. Wir Grüne wollen den Prozess voranbringen und beschleunigen, damit wir das Ziel erreichen. Klar ist: eine inklusive Gesellschaft entwickelt sich durch die Beteiligung aller Menschen mit ihren individuellen Wünschen, Interessen, Bedürfnissen und Möglichkeiten.

2015 sind wir an einem kritischen Punkt angekommen. Das Recht auf inklusive Bildung darf nicht auf das Recht auf Teilnahme am Unterricht herabgestuft werden herabgestuft werden. Das heißt, es reicht nicht aus jährlich ein paar mehr Schulen hinzuzubekommen die inklusiv arbeiten, die aber oft nicht am Wohnort des Kindes sind. Wir Landtags-Grüne machen uns Sorgen, dass entscheidende Hürden nicht aus dem Weg geräumt werden und damit der Paradigmenwechsel gefährdet wird. Es muss dringend eine Regelung für die Schulbegleitung gefunden werden, wir wollen durch Zweitlehrkräfte die inklusiv arbeitenden Schulen unterstützen und die Lehrkräfteaus- und Fortbildung muss die PädagogInnen auf die neue Aufgabe einer inklusiven Schule vorbereiten.