Religionen

Angesichts einer zunehmend differenzierten religiösen Landschaft, muss Politik der Vielfältigkeit sowie dem Wandel von Religion gerecht werden. Wir Grüne unterstützen die Trennung von Staat und Kirchen als grundlegende Voraussetzung für die positive Rolle von Kirchen- und Religionsgemeinschaften als Kräfte der Zivilgesellschaft.

Die religiöse Landschaft Bayerns hat sich verändert: Neben den KatholikInnen und ProtestantInnen, die jeweils rund 56% bzw. 21% der Bevölkerung ausmachen, leben heute rund 300 000 Muslime im Freistaat. In einem Dutzend bayerischer Städte florieren jüdische Gemeinden. Rund ein Fünftel der Bevölkerung gehört entweder einer weiteren Religionsgemeinschaft an oder versteht sich als konfessionslos. Angesichts dieser zunehmend differenzierten religiösen Landschaft und des zeitgleichen Verlusts der Bedeutung von Religion für viele BürgerInnen kann eine zeitgemäße Religionspolitik nicht nur Kirchenpolitik sein, sondern muss der Vielfältigkeit sowie dem Wandel von Religion gerecht werden.

Wir Grüne unterstützen die Trennung von Staat und Kirchen als grundlegende Voraussetzung für die positive Rolle von Kirchen- und Religionsgemeinschaften als Kräfte der Zivilgesellschaft. Wir erleben die Kirchen als wertvolle Bündnispartner: im ökumenischen Prozess für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung, beim Eintreten gegen Fremdenfeindlichkeit und für internationale Gerechtigkeit und bei ethischen Fragen der modernen Gentechnik. Gerade für die Muslime in Bayern ist es wichtig, Möglichkeiten zur Repräsentation ihres Glaubens – in etwa durch Moscheen und Kulturzentren außerhalb der Hinterhöfe – und zur Integration in das Religionsverfassungsrecht – z.B. durch einen gleichgestellten islamischen Religionsunterricht – zu erhalten.

Wir setzen uns für die Verwirklichung der grundgesetzlich verbürgten Religionsfreiheit ein: Der demokratische Rechtsstaat respektiert und schützt das Recht, entsprechend dem eigenen Glauben zu leben und die religiöse Praxis frei zu gestalten – im Gegenzug fordert er die Anerkennung seiner Verfassung durch die Religionsgemeinschaften.