Land- und Forstwirtschaft und Ernährung

Zwischenbericht Bioregio 2020 - Mehr Bio!

Bis 2020 soll sich die Produktion von Bioprodukten in Bayern verdoppeln. Dazu wurde die Initiative Bioregio2020 ins Leben gerufen. Im Agrarausschuss wurde auf einen Grünen Antrag hin ein Zwischenbericht gegeben.


In seiner Regierungserklärung 2013 gab der Ministerpräsident vor, die Bioproduktion in Bayern bis 2020 zu verdoppeln. Inzwischen gibt es einige lobenswerte Aktivitäten aus dem Agrarministerium, aber das Ziel der Verdoppelung wird trotz gewisser Griffe in die Trickkiste (als Bezugsjahr gilt plötzlich 2010, Bezugsgröße soll die bisher nicht  dokumentierte Wertschöpfung im Ökoanbau sein) wohl nicht erreicht werden. Bei der Anbaufläche sind nach der Hälfte der Zeit gerade einmal 32% Steigerung erreicht worden. Dabei wäre der Markt für bayerische Ökoprodukte durchaus noch aufnahmefähig. Schwierigkeiten machen Fehlentwicklungen vergangener Jahre. Die Intensivierung der Schweinehaltung mit Spaltenböden beispielsweise macht einen Umstieg auf Ökohaltung sehr schwierig und aufwändig. Es fehlen auch ökozertifizierte Schlachtstätten. Daneben muss auch bei der Vermarktung mehr passieren. Das staatliche Biosiegel, das den Verkauf bayerischer Ökoprodukte ankurbeln soll, steckt noch in den Kinderschuhen.
Die agrarpolitische Sprecherin Gisela Sengl dazu: „Wichtig wäre auch, dass auch die anderen Ministerien das Bioregioziel aufgreifen. Aber weder bei der Flächenbewirtschaftung staatlicher Flächen, noch in den staatlichen Gemeinschaftsverpflegungen (die Außer-Haus-Verpflegung ist nach dem Lebensmitteleinzelhandel der größte Absatzmarkt der Ernährungsindustrie) spielen der Ökolandbau oder Bioprodukte eine größere Rolle. BioRegio darf nicht nur ein Nischenprogramm des Agrarministeriums sein, sondern muss endlich ein Gemeinschaftsprojekt der gesamten Staatsregierung werden.“