Land- und Forstwirtschaft und Ernährung

Landwirte immer abhäniger von Subventionen

Wie steht es um die bayerische Landwirtschaft? Damit beschäftigte sich der Agrarausschuss des Landtages diese Woche, denn dort wurde der Agrarbericht 2016 vorgestellt.


Ergebnis ist, dass die durchschnittlichen Gewinne der landwirtschaftlichen Betriebe um 19% eingebrochen sind und die Abhängigkeit vom Steuertopf immer größer wird. Der Landwirtschaftsminister konnte zwar verkünden, dass pro Jahr nur 1,1% der landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern aufgeben, bei einer sich weiter verschlechternden Marktlage ist dies aber nur die Ruhe vor dem Sturm, darüber waren sich alle im Agrarausschuss einig.


Während der Agrarminister erkannt hat, dass die Chance der kleinstrukturierten Landwirtschaft in Bayern nur in einer Diversifizierung liegen kann, setzt die CSU-Fraktion immer noch auf den Export. Dabei wird nicht wahrgenommen, dass die dort erzielten Weltmarktpreise unter den Gestehungskosten liegen. Die Landwirtinnen und -wirte zahlen also drauf.


Der Anteil der öffentlichen Beihilfen am Gewinn ist von 51% auf 68% gestiegen. Da müssen sich die Bauerinnen und Bauern auch gefallen lassen, dass Themen wie Klimaschutz, Bodenschutz, Wasserschutz, Naturschutz oder Tierschutz in der Landwirtschaft hinterfragt werden. Bei vielen dieser Themen bleibt der Agrarbericht mehr als nebulös.


Übrigens konnten die Biobetriebe ihre Abhängigkeit von den Steuergeldern trotz Erhöhung der Ökoprämie reduzieren. Auch beim durchschnittlichen Gewinn haben die Biobetriebe die Konventionellen wieder überholt. Dies zeigt, dass dieser Weg weiter verfolgen werden muss. „Die bayerische Agrarpolitik bewegt sich wie ein schwerfälliger Tanker. Zwar gibt es einzelne sinnvolle Ansätze, aber damit eine dringend notwendige Richtungsänderung kommt, muss die gesamte Mannschaft mitarbeiten. Davon sind wir noch weit entfernt.“ so die agrarpolitische Sprecherin Gisela Sengl.