Land- und Forstwirtschaft und Ernährung

Unfiltriertes Bier und Bio-Ziegenkäse aus Unterfranken

Die Agrartour macht wieder Halt in Unterfranken: Gisela Sengl und Thomas Mütze gemeinsam unterwegs im Landkreis Aschaffenburg. Im Brauhaus Bergmann in Glattbach wird das Bier nach Bioland-Richtlinien für Brauereien gebraut. Größter Unterschied zum konventionellen Bier, abgesehen von den ökologisch angebauten Zutaten: das Bier ist unfiltriert, das heißt: Alle Vitamine, Nährstoffe und Spurenelemente sind noch voll erhalten.

Das Bier sei dadurch zwar weniger lange haltbar als Industriebier, so Brauereibesitzer Bergmann. Dafür schmecke es aber besser und frischer und sei auch noch gesund. Wegen der großen Nachfrage wird die Brauerei ihren bisherigen Jahresausstoß von 1500 Hektolitern in diesem Jahr vermutlich verdoppeln.

"Craft-Bier" aus Unterfranken

Die derzeit so erfolgreiche Craft-Bier-Bewegung aus den USA, die den „Fernsehbieren“ immer mehr Absatzeinbußen beschert, wirkt sich auch auf die regionalen Brauereien in Unterfranken positiv aus.
Das kommt auch der kleinen Privatbrauerei Brauhaus Wiesen zu Gute, die sich durch innovative Ideen und gute Führung auf dem Markt behaupten. „Wir müssen uns gerade in der Lebensmittelproduktion – und Bier gehört für mich da dazu – von dem Glauben endlich verabschieden, dass nur große Betriebe überlebensfähig sind", so Sengl. Bei der Brauerei Wiesen hat die nächste Generation den Betrieb sehr gerne übernommen und trifft mit ihren regionalen Qualitätsprodukten genau den Zeitgeist.
 
Das selbe gilt auch für das Brauhaus Barbarossa in Schöllkrippen: obwohl der jährliche Ausstoß nur 600 Hektoliter beträgt, lohnt sich der Betrieb – auch dank der eigenen Gaststätte. Braumeister Ziemen hat sich durch die Einrichtung von Bierbrau-Kursen auch noch ein zweites Standbein aufgebaut.

Ein herrliches Leben für Ziegen

Zum Abschluss stand noch ein Besuch des Bio-Ziegenhofs Berghofs auf dem Programm. Hier passieren Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung direkt auf dem Hof. „Noch frischer kann Käse nicht sein, und das schmeckt man auch“, bestätigte Sengl.
Der Stall wurde gerade neu gebaut; die Ziegen haben aber vor allem viel Auslauf in der fränkischen Hügellandschaft. „Diese bäuerlichen Unternehmen zeigen uns den richtigen Weg in der Landwirtschaft auf. Diese Höfe verdienen viel mehr Förderung, finanziell, aber auch ideell!", forderte Sengl.