Land- und Forstwirtschaft und Ernährung

Kein Torf für staatliche Gartenbau-Projekte!

Einen recht wirksamen Beitrag zum Klimaschutz könnte die Staatsregierung leisten, wenn sie den Einsatz von Torf auf staatlichen Liegenschaften endlich einstellen würde. Leider wurde dieser Antrag im Umweltausschuss des Landtages von der CSU abgelehnt. Pro Jahr werden in Deutschland 12 Mio. Kubikmeter Torf eingesetzt, das entspricht ca. 40.000 ha Moorflächen. Dafür werden in Estland, Lettland und Litauen zum Teil weitgehend unveränderte Moore zerstört – und mit ihnen die wertvollen Ökosysteme der größten und wertvollsten Hochmoore Europas.

Moore sind die größten Kohlenstoffspeicher pro Flächeneinheit. Sie binden etwa 700 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar – sechsmal so viel wie Wald. Damit haben Moore einen beachtlichen Einfluss auf unser Klima. Moorschutz steht deshalb auch für den Klimaschutz ganz oben, weil auf relativ kleiner Fläche viel Kohlenstoff gebunden wird: Moorschutz ist Klimaschutz!

Das Bayerische Landesamt für Umwelt wirbt derzeit in einer Broschüre für den Verzicht auf Torfprodukte. Andere staatliche Behörden wie die Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau oder die staatliche Schlösser- und Seenverwaltung setzen munter weiterhin große Mengen Torf ein.

„Torf ist im Gartenbau längst ersetzbar. Es wird Zeit, dass die Staatsregierung ihrer Vorbildrolle gerecht wird, den Klimaschutz und den Schutz der Biodiversität ernst nimmt und auf Torf verzichtet.“ so der Vorsitzende des Umweltausschusses Dr. Christian Magerl.