Land- und Forstwirtschaft und Ernährung

Tag der Artenvielfalt wird zum Gedenktag

Feldflur: Die Biodiversität wird aktiv dezimiert. Der 22. Mai - eigentlich Tag der Artenvielfalt - wird Gedenktag für Rebhuhn, Hase und Feldlerche. Diese Woche stimmt der Bundestag einen Gesetzentwurf ab, der auf ökologischen Vorrangflächen, die eigentlich dem Schutz der Artenvielfalt und dem Schutz von Grundwasser und Boden dienen soll, sogar den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erlaubt.

"Damit wird der Tag der Artenvielfalt zum schwarzen Tag für die vielen verschiedenen Tiere und Pflanzen der Ackerflur in Deutschland", erklärt unsere tierschutzpolitische Sprecherin Rosi Steinberger. "Es ist traurig, wenn ein Tag im Jahr der Artenvielfalt gewidmet und diese dann aber genau an diesem Tag aktiv dezimiert wird."

Eine der größten Bedrohungen für die biologische Vielfalt ist die industrialisierte Landwirtschaft. Dabei gäbe es gerade hier die Gelegenheit, etwas für die Artenvielfalt zu tun. „Stichwort ‚Greening‘* – aber hier wird wieder einmal dem Druck des Bauernverbands nachgegeben“, so die agrarpolitische Sprecherin Gisela Sengl. "Die Arten der Feldflur werden auch in Bayern immer seltener: Maximaler Profit liegt wohl im Trend der Zeit."



* Maßnahmen zum Umwelt-, Klima-, und Wasserschutz und zum Schutz der Artenvielfalt im Rahmen der Agrarförderung – 5 Prozent der Fläche soll ökologischen Zwecken dienen