Ernährung

Tierwohl und Vielfalt für Bayerns Landwirtschaft

Wir fordern staatliche Beratung und Förderung für Qualität statt Billigproduktion! Zu den Äußerungen des bayerischen Landwirtschaftsministers Brunner am Rande des Tierzuchtsymposiums im oberbayerischen Grub erklärt unsere agrarpolitische Sprecherin Gisela Sengl: "Die Tierzucht leidet vor allem an ihrem Mangel an Vielfalt. Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen  versucht seit 1981 der starken Verengung der Züchtung auf nur wenige Rassen entgegen zu wirken.

Gerade für Bayern mit seinen vielen Bergregionen und Grenzertragsflächen haben alte Nutztierrassen und weniger auf Leistung getrimmte Tiere große Vorteile, weil sie für diese Landstriche eine spezielle Anpassung entwickelt haben und damit gesünder sind.

Generell muss das Tierwohl aber viel stärkere Berücksichtigung bei der staatlichen Beratung und bei staatlichen Fördermaßnahmen – wie etwa der einzelbetrieblichen Investitionsförderung – finden. Unsere Anträge, diese Steuermittel nur für bäuerliche Betriebe und nicht für große Mastställe zu gewähren, sind jedoch noch vor kurzem von der schwarzgelben Koalition in Bayern abgelehnt worden.

Auch bei der Beratung gibt es viel zu tun, denn das Kürzen der Schnäbel bei Legehennen, die betäubungsfreie Ferkelkastration oder das Kupieren von Schweineschwänzen zeigen, dass die heutigen Haltungssysteme auch in Bayern nicht in Ordnung sind.

Wenn die bayerische Landwirtschaft auf Qualität statt Billigproduktion setzt, nützt sie den Menschen und wird langfristig Erfolg haben."