Kultur und Heimat

Konzertsaal: Wo ist die Beteiligung des Landtags?

Dr. Sepp Dürr: Bedarfsprognosen für dritten Spielort sind reine Kaffeesatzleserei – das Angebot schafft die Nachfrage. "Es ist jetzt schon absehbar, dass das letzte Wort in Sachen Konzertsaal noch nicht gesprochen ist", kommentiert unser kulturpolitischer Sprecher den Kabinettsbeschluss zum Umbau der Philharmonie im Gasteig. "Es ist geradezu Markenkern der Administration Seehofer II, dass sie Entscheidungen eben nicht trifft, sondern sich von äußeren Entwicklungen treiben lässt und deshalb immer wieder zu Kurswechseln gezwungen wird."


Scharfe Kritik übt Sepp Dürr an der fehlenden Beteiligung des Landtags. „Das Kultusministerium gibt eine Studie in Auftrag, hält sie gegenüber dem zuständigen Kultusausschuss aber unter Verschluss. Der Minister diskutiert mit Gott und der Welt, bleibt dem Landtag aber entscheidungsreife Alternativvorschläge und tragfähige Finanzierungskonzepte schuldig. Das ist in höchstem Maße undemokratisch und ineffizient“, bemängelt Sepp Dürr.

Am Ergebnis der von Minister Spaenle beauftragten Metrum-Studie äußert Sepp Dürr erhebliche Zweifel. „Dieses Institut ist schon einmal durch ein Gefälligkeitsgutachten aufgefallen“, erinnert er an eine Arbeit zur möglichen Doppelbelegung der Philharmonie im Gasteig. Die Auslastungsprognosen für einen dritten Konzertsaal nennt Sepp Dürr „Kaffeesatzleserei. Angebot schafft Nachfrage insbesondere an einem Wachstumsstandort wie München. Das Verteilen vorhandener Besucherzahlen von zwei auf drei Säle ist keine Studie, sondern ein wissenschaftliches Lausbubenstück!“

lmo