Kultur und Heimat

Gurlitt-Taskforce: Verschleppte Recherchearbeit hinter bürokratischen Mauern

Dr. Sepp Dürr fordert mehr Flexibilität bei Erbenanfragen und höheres Recherchetempo. Vor dem Hintergrund zunehmender Beschwerden von Erbenvertretern im Fall Gurlitt übt unser kulturpolitischer Sprecher heftige Kritik an der Arbeit der so genannten Gurlitt-Taskforce: "Erwiesene Ansprüche werden nicht befriedigt, Erbenanfragen unbeantwortet gelassen, angebliche Gründlichkeit muss als Vorwand für eine offensichtlich halbherzige Recherchearbeit herhalten!" Bayern sei dabei, sich international heftig zu blamieren – auf einem Themenfeld, das – so Dürr – "äußerst sensibel ist vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte".


Sepp Dürr hegt erhebliche Zweifel, dass die Taskforce das selbst gesteckte und ihm gegenüber nochmals beteuerte Ziel erreichen kann, die Provenienzrecherche binnen eines Jahres abzuschließen. "Gerade deshalb ist es umso wichtiger, dass man bei einfachen Erbenanfragen etwa nach einem Foto von der Bildrückseite flexibel agiert und sich nicht hinter bürokratischen Mauern verschanzt", fordert Sepp Dürr.

Er hegt außerdem den Verdacht, dass die Taskforce quasi "im luftleeren Raum agiert" und durch das zuständige Justizministerium kaum gesteuert wird. "Ich will wissen, wem gegenüber Taskforce-Chefin Berggreen-Merkel Rechenschaft ablegen muss. Und ich will wissen, was geschieht, wenn die in der Vereinbarung mit dem verstorbenen Cornelius Gurlitt festgehaltenen Recherchefristen nicht eingehalten werden können", so Sepp Dürr, der in dieser Woche die Antworten auf eine entsprechende Anfrage zum Plenum erwartet.

hla


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