Kultur und Heimat

Fall Gurlitt: ein verlorenes Jahr

Dr. Sepp Dürr: Provenienzforschung wird nach wie vor unzureichend gefördert. "Vor gut einem Jahr ist der Fall Gurlitt bekannt geworden, und die gesetzliche Lage hat sich um keinen Deut verbessert", stellt unser rechtspolitischer Sprecher fest. "Justizminister Bausbacks Gesetzentwurf war ein Rohrkrepierer und die große Blamage geht still und leise weiter."


Die Taskforce arbeite so langsam und ineffizient wie vorher die Staatsanwaltschaft und könne bis jetzt keine wirklichen Erfolge vorweisen. "Bald müssen die Bilder abgeben werden, ohne dass wirklich etwas für die Erben der NS-Geschädigten getan wurde", erklärt Sepp Dürr: "Anspruchsberechtigte werden immer noch als Bittsteller behandelt."

Die CSU-Regierung habe in den Haushalt keine müde Mark eingestellt und die Mittel für die Provenienzforschung in den staatlichen Museen und im Kunsthandel seien nach wie vor absolut unzureichend. "Wenigstens gibt es jetzt, auf unseren Antrag hin, im Bereich privater, vom Staat geförderter Sammlungen eine Bestandsaufnahme."

Sepp Dürr zieht Bilanz: "Ein verlorenes Jahr. Die Regierung zeigt immer noch nicht den nötigen Ernst und die erforderliche Entschlossenheit."

lmo


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