Kommunale Fragen

Qualifizierte Ersthilfe vor Ort: CSU blockiert Verbesserung der Rahmenbedingungen

Die CSU lehnte im Ausschuss für Kommunale Fragen unsern Antrag „Qualifizierte Ersthilfe vor Ort durch First Responder fördern“ ab, während die SPD und die Freien Wähler zugestimmt haben. In diesem Antrag forderte die sozialpolitische Sprecherin Kerstin Celina, MdL die Staatsregierung auf, ein Konzept zu entwickeln, das die Ausbildungsrahmenbedingungen von Ersthelfern vor Ort (First Responder) bayernweit verbessern soll.

Anstatt unserem Antrag zuzustimmen, kam die CSU mit einem eigenem Berichtsantrag. Dieser geht aber in eine ganz andere Richtung: Gemäß diesem Antrag soll die Staatsregierung über Erfahrungen mit einem Leitfaden für die Tätigkeit örtlicher Einrichtungen organisierter Erster Hilfe (Ersthelfergruppen) in Bayern berichten.
Qualifizierte Ersthelfer vor Ort/ First Responder tragen in hohem Maße dazu bei, Patienten und Angehörige bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu versorgen und den Rettungsdienst zu unterstützen. Sie arbeiten in Bayern je nach Institutionen und Regionen sehr unterschiedlich und haben sich inzwischen, rund 13 Jahre nach ihrer Einführung, unbestritten als wertvoller Bestandteil der Rettungskette erwiesen. Unser Antrag zielt darauf, das sogenannte „therapiefreie Intervall“ bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes in Bayern deutlich zu verkürzen. Dazu braucht es in Bayern flächendeckend eine ausreichende Anzahl an entsprechend qualifizierten Ersthelfern, die das therapiefreie Intervall überbrücken können. Dafür müssen unserer Ansicht nach konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Ausbildungsrahmenbedingungen getroffen werden.

Die qualifizierten Ersthelfer vor Ort/ First Responder arbeiten ausschließlich freiwillig und ehrenamtlich und erhalten in Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen BRK, MHD, JUH und ASB und freiwilligen Feuerwehren eine notfallmedizinische Ausbildung. Anders als der Rettungsdienst erhalten First Responder-Gruppen aber keinerlei Mittel von den Krankenkassen oder dem Freistaat Bayern. Die Kosten für die Ausbildung und Weiterbildungen, oder auch für die Fahrzeugbeschaffung, Ausrüstung und das Verbrauchsmaterial werden durch Spenden und Kommunen finanziert.

Deshalb fordern wir, dass die beteiligten Organisationen und Helfer konzeptionell und ggf. auch finanziell in einem gemeinsam mit ihnen erarbeiteten Konzept unterstützt werden – ein Konzept, bei dem die Staatsregierung mit den Trägern der First Responder-Gruppen, mit den Hilfsorganisationen BRK, MHD, JUH und ASB und den Feuerwehren spricht, die Sachlage erfasst, bewertet und dann im zuständigen Ausschuss einen Vorschlag macht, mit welchen Änderungen die Rahmenbedingungen am effizientesten zu verbessern wären.

Unabhängig von dieser Initiative haben wir auch eine schriftliche Anfrage „First Responder-Gruppen in Bayern“ eingereicht. Die Antwort der Staatsregierung steht noch aus.

Wir werden uns nach wie vor dafür einsetzen, dass das ehrenamtliche Engagement und die verantwortungsvolle Aufgabe der Ersthelfergruppen entsprechend gewürdigt werden und dass die medizinische Versorgung in Notfällen und deren Rahmenbedingungen in Bayern verbessert werden.