Justiz

5. Sitzung des UA Modellbau: Haderthauer-"Therapie" andernorts undenkbar!

In der Sitzung verfestigte sich weiter der Eindruck, den wir bereits in den vorangegangenen Sitzungen gewonnen haben. Ulrike Gote, rechtspolitische Sprecherin der Landtagsgrünen und Mitglied im Untersuchungsausschuss Modellbau: „Die sogenannte „Modellbautherapie“, die durch Dr. Hubert Haderthauer zunächst im BKH Ansbach durchgeführt und dann ins BKH Straubing verlegt wurde, war ein absoluter Sonderfall und wäre in anderen bayerischen Forensiken undenkbar gewesen.“

Weder gibt es Kontakt zwischen externen Auftraggeberinnen und Auftraggebern und den Patientinnen und Patienten, noch kann eine Angestellte oder ein Angestellter des Klinikums selbst eine Arbeitstherapie anbieten, an der sie oder er mitverdient, stellt Ulrike Gote zufrieden fest.

Die als Zeugen geladenen Leiter der Forensiken Regensburg, Lohr und Haar betonten, dass die Arbeitstherapie dazu dient, zur Besserung der Patientin oder des Patienten beizutragen und dass sie ein wichtiger Therapiebaustein ist. Der wirtschaftliche Gedanke ist absolut untergeordnet. Die Arbeitstherapie strukturiert den Tagesablauf und kann zur Belastungs- und Frustrationstoleranz beitragen. Bei der Auswahl der Arbeitstherapie wird versucht, soweit möglich, auf die Neigungen der Patientinnen und Patienten einzugehen. Im Vordergrund steht aber nicht die konkrete Arbeit, sondern der Therapiefortschritt.

Firmen zu finden, die in den Forensiken im Rahmen einer Arbeitstherapie, für sich fertigen lassen, ist sehr schwierig. Die Auftragslage ist dünn. Der Gedanke, dass für jede einzelne Patientin und jeden einzelnen Patienten eine extra auf ihn zugeschnittene Arbeit gefunden wird, ist völlig abwegig. Die Kliniken sind froh, wenn sie Arbeitstherapien mit unterschiedlichem Anforderungsgrad anbieten können. So besteht auch eine gewisse Bindung an die Preisvorschläge der Firmen. Man kann es sich schlichtweg nicht leisten, zu hohe Anforderungen zu stellen und ist dankbar für jeden Auftrag, der hereinkommt. 

In der nächsten Sitzung am 16.04.2015 kommen die ärztlichen Leiter aus den Forensiken Mainkofen, Schloss Werneck und Erlangen. Am 23.04.2015 wird das bayerische Gesamtbild durch die Leiterinnen und Leiter der Forensiken Kaufbeuren, Straubing und Ansbach vervollständigt.