Polizeiliche Anlaufstellen für LSBTIQ*-Gewaltopfer schaffen!

Die Landtags-Grünen fordern feste Ansprechpersonen bei den Polizeipräsidien der bayerischen Regierungsbezirke für Opfer von homo-, bi- und trans*phoben Straftaten. „Die Zahlen zivilgesellschaftlicher Beratungsstellen zeigen, dass homo- und transphobe Straftaten in Bayern ein erhebliches Problem sind“, so Tessa Ganserer, einzige transidente Abgeordnete Deutschlands und Fraktionssprecherin für Queerpolitik.“Der Gang zur Polizei fällt vielen Opfern aber schwer. Sie fürchten weitere Diskriminierung oder Erniedrigung auf der Dienststelle.“

Christopher Knoll, Leiter des Anti-Gewalt-Projekts von Sub e.V., kennt aus seiner Beratungspraxis zahlreiche Fälle, in denen Betroffene nach Gewalterfahrungen zwar Hilfe suchten, eine Anzeige bei der Polizei aber scheuten. „Dieser Zustand ist unhaltbar“, findet Christopher Knoll, „wir brauchen für diese Gewaltopfer einen niederschwelligen und geschützteren Zugang zur Polizei.“ Im vergangenen Jahr gab es 48 Beratungen des Anti-Gewalt-Projekts, 2016 waren es 59 bei nur 21 polizeilich gemeldeten Straftaten. 30 Prozent der Beratungen in 2016 betrafen körperliche Gewalt, während die Polizei lediglich einen derartigen Fall verzeichnete.

Tessa Ganserer will dieses Phänomen mit zwei konkreten Anträgen im bayerischen Landtag bekämpfen. Die feste Ansprechperson bei den Polizeipräsidien soll künftig exklusiv für den betroffenen Personenkreis tätig sein und sich durch Kontakt mit der LSBTIQ*-Szene dauerhaft als Vertrauensperson etablieren. Zudem wird die Söder-Regierung aufgefordert, mit landesweiten Aufklärungskampagnen die Opfer von homo-, bi- und trans*phober Gewalt zu Strafanzeigen zu ermutigen. „Jeder Mensch hat das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben frei von Diskriminierungen und Bedrohungen“, betont Tessa Ganserer. „Mit unseren Vorstößen können wir das Leben von queeren Personen in Bayern ein erhebliches Stück sicherer und leichter machen.“