Gesundheit und Pflege

Geburtshilfe chronisch unterfinanziert

München (31.3.2017). „Die CSU-Regierung hat keine Ahnung von einer ausreichend flächendeckenden geburtshilflichen Versorgung in Bayern“, kritisiert die sozialpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, Kerstin Celina, und verweist auf eine grüne Anfrage. Jede werdende Mutter könne innerhalb einer ‚zumutbaren Zeit‘ eine Geburtsstation erreichen. „Das ist schwammig und realitätsfremd.“

Das zeigen Beispiele aus dem Landkreis Main-Spessart: Aus der unterfränkischen Stadt Partenstein sind die nächstgelegenen Krankhäuser in Aschaffenburg 45 Minuten bzw. in Würzburg 51 Minuten entfernt; von Rieneck bis Würzburg braucht es 47 Minuten – bei guter Verkehrslage. ExpertInnen empfehlen eine Erreichbarkeit von 20 Minuten (Bayerische Krankenhausgesellschaft) bis 30 Minuten (Studie „Krankenhausplanung 2.0“ des Verbands der Ersatzkassen und des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung). „In Bayern haben in den letzten zehn Jahren 32 Geburtshilfestationen zugemacht, weil sie chronisch unterfinanziert sind“, so Kerstin Celina. „Die Wege werden also immer länger – und bei einem Notfall zählt jede Sekunde.“

Die Landtags-Grünen fordern, die Geburtshilfe mit ausreichenden Mitteln auszustatten. „Der ökonomische Druck auf die Kliniken ist zu groß.“ Die Geburtshilfestationen müssten wegen Defiziten und Personalmangels schließen. Hebammen müssten bis zu drei Frauen gleichzeitig bei der Geburt betreuen. Kerstin Celina: „Die Versorgung von gebärenden Frauen muss stärker wiegen als Geld.“

Antwort auf die Anfrage der Abgeordneten Kerstin Celina (GRÜ) vom 27.03.2017 zum Plenum am 29.03.2017
Erreichbarkeit von Geburtshilfestationen

Ergänzende Antwort des StMGP auf Ihre Antwort zum Plenum betreffend "Erreichbarkeit von Geburtshilfestationen in den Landkreisen Würzburg..."

Anlage zur Erreichbarkeit von Geburtshilfestationen