Gesundheit

Grüne setzen sich im Ausschuss für Gesundheit und Pflege erfolgreich für Hebammen ein

„Mit einem Antrag und zwei schriftlichen Anfragen setzen wir uns für die flächendeckende Versorgung mit geburtshilflichen Leistungen durch Hebammen in Bayern ein“, erklärt die sozialpolitische Sprecherin Kerstin Celina.


„Das Thema ist komplex, aber hat auch eine enorme Bedeutung,“ sagt Kerstin Celina. „Es freut mich, dass dies auch die anderen Fraktionen erkannt haben.“ Der Antrag Flächendeckende Versorgung mit geburtshilflichen Leistungen in Bayern sicherstellen wurde im Gesundheitsausschuss am 16.2.2016 mit marginalen Ergänzungen einstimmig beschlossen. 

Immer weniger Kliniken in Deutschland führen Geburten durch, obwohl die Zahl der Geburten steigt. „Es fehlt nicht nur an Kreißsälen, sondern insbesondere an Hebammen“, unterstrich Kerstin Celina. Bayerische Kliniken beklagen, dass Nachwuchs an Hebammen schwer zu bekommen ist. Auch ausgeschriebene Stellen können durch Hebammen lange nicht besetzt werden. Nach aktuellen Zahlen des Deutschen Krankenhausinstituts hat inzwischen bundesweit jedes fünfte Krankenhaus Probleme, fest angestellte Hebammen zu finden. „Der aktuelle ‚Baby-Boom‘ bringt viele Kliniken in ganz Bayern an ihre Kapazitätsgrenzen,“ betont Ulli Leiner, der gesundheitspolitische Sprecher der Landtagsfraktion. Ob angestellt oder freiberuflich, wegen der Überlastung, die eine umfängliche Betreuung der Frauen verhindert, sind immer weniger Hebammen in der Geburtshilfe tätigwegen der Akkordarbeit im Kreißsaal und Überlastung, die eine umfängliche Betreuung der Frauen verhindert, sind immer weniger Hebammen in der Geburtshilfe tätig, obwohl die Zahl der Hebammen scheinbar gestiegen ist.

Die Situation in der Wochenbettbetreuung sowie Vorsorge ist genauso schwierig wie in der Geburtshilfe, obwohl sich viele der freiberuflich tätigen Hebammen, die aus der Geburtshilfe ausgeschieden sind, auf die Schwangeren- und Wochenbettbetreuung konzentrieren. Trotzdem ist es nicht nur in den ländlichen Gebieten Bayerns, sondern sogar in München, mittlerweile fast unmöglich, eine Hebamme zu finden.

„Hebammen sind für die Betreuung vor, während und nach der Geburt für Frauen und junge Familien unverzichtbar“, so Kerstin Celina. Gerade angesichts der immer höheren Anzahl der Kaiserschnittgeburten müssen die freie Wahl des Geburtsorts, eine wohnortnahe geburtshilfliche Versorgung mit Ärztinnen und Ärzten sowie Hebammen auch in Zukunft gewährleistet sein, in der Stadt sowie auch in den ländlichen Regionen. „Dafür haben wir heute die entscheidenden Weichen gestellt,“ sagt Kerstin Celina.

Hier finden Sie den Antrag "Flächendeckende Versorgung mit geburtshilflichen Leistungen in Bayern sicherstellen", die Anfrage "Hebammen-Ausbildung und Berufsqualifikation-Anerkennung in Bayern"und die Anfrage "Qualitätskriterien bei Hausgeburten".