Pflege

Die Pflegekammer: ein wichtiger Beitrag zur Aufwertung des Berufsbilds

Am Dienstag berichtete die Staatsregierung auf Antrag der grünen Landtagsfraktion zur Umfrage bei den Pflegekräften, ob sie sich eine Pflegekammer zur Vertretung ihrer berufspolitischen Anliegen wünschen. Wie in anderen Bundesländern sind in Bayern sind die Pflegenden zu ihrer Haltung zu einer Pflegekammer befragt worden und haben sich eindeutig geäußert: auch Bayerns Pflegende befürworten überwiegend die Errichtung einer Pflegekammer. 50 Prozent der Befragten haben sich in der Umfrage für eine Pflegekammer ausgesprochen.

34 Prozent lehnen diese ab und 16 Prozent sind unentschieden oder machten keine Angabe.

Die Auswertung der Pflegekammer-Umfrage zeigt, dass die Zustimmung zur Pflegekammer umso höher ist, je besser der subjektive Informationsstand der Befragten ist. Bei Umfrageteilnehmern, die ihren Informationsstand als "hoch" einstufen, liegt die Zustimmung zur Pflegekammer bei 63 Prozent, bei "mittlerem" Informationsstand beträgt die Zustimmung 53 Prozent und nur noch 41 Prozent bei "niedrigem"  Informationsstand. Diese Zahlen zeigen, dass eine Pflegekammer in enger Abstimmung mit den Pflegenden und in einem
transparenten Verfahren eingeführt werden sollte. Die Zahl der Unentschiedenen zeigt aber, dass mehr Aufklärungsarbeit bei den Pflegenden geleistet werden muss.

"Die Pflegekräfte stellen die größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen, sind aber an wichtigen Entscheidungen über Organisation und Finanzierung ihres Fachgebiets nicht beteiligt. Dabei arbeitet die Pflege längst auf eigener fachwissenschaftlicher Grundlage, in weiten Bereichen selbstverantwortlich, eigenständig, unabhängig von ärztlichen Vorgaben und hat mit der Pflegeversicherung eine gesetzliche Grundlage für die Finanzierung." betont Ulii Leiner, der gesundheits- und pflegepolitische Sprecher der Fraktion.  Die Pflege ist gerade auch vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung ein zentraler und unentbehrlicher Faktor im Gesundheitswesen. Eine qualitativ hochwertige Pflege ist für die Versorgung alter und kranker Menschen von zentraler Bedeutung. Dazu brauchen wir gut ausgebildetes und motiviertes Pflegepersonal. Eine „Pflegekammer“ als Berufs- und Interessenvertretung aller professionell
Pflegenden in Bayern kann einen wichtigen Beitrag zur Aufwertung des Berufsbilds leisten.

Seit Jahren sprechen sich alle pflegerischen Berufsorganisationen, vertreten durch den Deutschen Pflegerat, für eine pflegerische Selbstverwaltung aus. Eine eigene Altersversorgung wird dabei ausdrücklich nicht angestrebt. Pflegekräfte wollen jedoch bei allen sie betreffenden Gesetzgebungsverfahren beteiligt werden, als Berufsstand selbst Sachverständige sein und Gutachtertätigkeiten ausführen. Sie wollen eine Berufsethik für Pflegende festlegen und durchsetzen, die berufliche Bildung und Weiterbildung der Pflegenden selbst regeln, Pflegende registrieren und die berufsfachliche Kontrolle der Kammermitglieder durchführen.