Erneuerbare Energien

Klimaschutz in der Stadt

Der 2. Tag der grünen Winterklausur 2016 "Für ein gutes Klima - Bayern geht voran" steht ganz im Zeichen der Klimapolitik. Der traditionelle Vor-Ort-Termin am Vormittag fand passend hierzu unter dem Motto "Klimaschutz in der Stadt" an der Technischen Universität München, Lehrstuhl für Gebäudetechnologie und klimagerechtes Bauen, bei Prof. Dipl.-Ing. Thomas Auer statt.

Für viele ist die Energiewende eine Stromwende. Aber: 46 Prozent der energiebedingten CO2-Emissionen kommen aus dem Wärmebereich. Trotzdem bleibt die Wärmewende ein Stiefkind, so unser Fraktionsvorsitzender Ludwig Hartmann und unser energiepolitische Sprecher Martin Stümpfig zu Beginn. Was es gibt, sind vereinzelte Förderungen wie etwa das 10.000-Häuser-Programm (Bayern) oder das Marktanreizprogramm (MAP, Bund). Dort werden jedoch nur Einzelmaßnahmen oder -technologien in einzelnen Gebäuden gefördert. Der große Wurf – etwa wie das EEG im Strombereich – fehlt.

Die Grundproblematik ist das derzeitige System. Die Wärmeversorgung ist in Bayern hochgradig autark auf Ebene der einzelnen Gebäude. Wärmenetze sind außerhalb großer Städte noch die Außnahme. Eine Erfassung von Wärmeerzeugern und Wärmesenken auf Quartiersebene in Dörfern oder Stadtteilen gibt es nur in ganz wenigen Kommunen.

Auf unserer Klausur beschäftigen wir uns mit "sauberer Wärme", das grüne Konzept verfolgt zwei neue Ansätze: Wir wollen den Blick vom einzelnen Haus weg auf größere Strukturen richten und wir sind der Ansicht, dass die Transformation im Wärmebereich nur ganzheitlich erfolgen kann. Genau diesen ganzheitlichen Ansatz verfolgt auch Prof. Dipl.-Ing. Thomas Auer an der TU München.

Kernaussagen von Prof. Auers Vortrag: Wir müssen Wohnungsbau, Stadtentwicklung UND Klimaschutz zusammen denken. Gerade vor der heutigen Situation mit hoher Wohnungsnot ist das eine Chance. Effizientes Wohnen darf aber nicht nur technisch betrachtet werden. Einfachste Architektur kann einen entscheidenen Beitrag dazu leisten. Low-Tech wie Holz-Lehm-Bauweise in warmen Gegenden kann den Energie- und Kostenbedarf drastisch senken. Die Rechtslage in Deutschland ist allerdings zu statisch. Graue Energie und Lebenszyklus eines Gebäudes werden nicht berücksichtigt, genauso wenig wie die Verhaltensweisen der Menschen.

Sein Kollege Prof. Petzold sagte: Wir müssen mithilfe IT-Technologie und Sozialwissenschaften die Stadtentwicklung verstärkt mit Bürgerbeteiligung und -information verschränken. Durch Visualisierung werden schnell Vorbehalte ausgeräumt.