Atomenergie

Noch 70 Tage - und dann wird endlich weniger Atomstrom ins Ausland exportiert

Ende Mai wird das älteste deutsche noch in Betrieb befindliche Atomkraftwerk endlich stillgelegt. Das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld soll am 31. Mai 2015 vom Netz gehen. So hat es zumindest der Betreiber EON Kernkraft im vergangenen Jahr offiziell angekündigt. Mit der Stilllegung des Atomkraftwerks Grafenrheinfeld geht ein überflüssiges Kraftwerk endlich vom Netz, dessen Strom immer öfter ins Ausland verkauft wurde.


Dank des Ausbaus der Erneuerbaren Energien gibt es in Deutschland  mehr Kraftwerke als benötigt werden. Die Folge ist nicht nur, dass die Strompreise sinken, sondern auch, dass Deutschland mehr Strom exportiert als importiert. In den letzten Jahren ist dieses Stromexportsaldo von Jahr zu Jahr gestiegen und hat 2014 einen neuen Höhepunkt erreicht: 35,5 Mrd. kWh wurden mehr exportiert als importiert. Das ist die Strommenge von mehr als drei Atomkraftwerken. Und Bayern ist bei diesem Stromexport mit dabei. Zwar gibt es keine aktuellen Zahlen für 2014 von der Staatsregierung, sondern nur Prognosen für 2012 und 2013 eines Leipziger Instituts. Dort wurde für 2013 prognostiziert, dass die Stromerzeugung um 4 Mrd. KWh höher war als der Verbrauch.

Zum Beispiel produzieren an einem sonnigen Wochenende Bayerns Solaranlagen in den Mittagsstunden mehr Strom als in Bayern verbraucht wird. Die Atomkraftwerke sind aber zu schwerfällig, um in diesen Stunden abzuschalten. Darum laufen diese mit gedrosselter Leistung weiter, und der Strom wird in die Nachbarländer gedrückt – zum Teil mit negativen Strompreisen! D.h. Strom wird ins Ausland geliefert und es werden noch ein paar Cent drauf gelegt, dafür, dass die Nachbarländer diesen Strom abnehmen. Dieser ökonomische Irrsinn wird etwas kleiner, wenn Grafenrheinfeld endlich stillgelegt wird.