Atomenergie

Noch 40 (?) Tage – und Bayerns Gaskraftwerke werden wieder rentabler!

Ende Mai sollte das älteste deutsche noch in Betrieb befindliche Atomkraftwerk endlich stillgelegt werden. So hat es E.ON im letzten Jahr verkündet. Doch mittlerweile hat sich E.ON eines Schlechteren besonnen und sich selbst eine unbestimmte Laufzeitverlängerung gewährt. Es könnte sein, dass am 20. Juni tatsächlich Schluss ist mit der Atommüllproduktion in Grafenrheinfeld. Die Betreiber der bayerischen Gaskraftwerke freuen sich schon darauf. Schließlich werden Ihre Marktchancen ein kleines bisschen besser.


In Deutschland gibt es seit Jahren viel mehr Kraftwerke zur Stromerzeugung als tatsächlich benötigt werden. Das führt dazu, dass einige Kraftwerke nur noch selten in den Markt kommen und nicht mehr oder kaum noch rentabel betrieben werden können. Derzeit sind vor allem die vergleichsweise umweltfreundlichen Gaskraftwerke davon betroffen. Die Stromproduktion der bayerischen Gaskraftwerke hat in den letzten fünf Jahren um 70 % abgenommen.

Gaskraftwerke können gegen alte,  abgeschriebene Atomkraftwerke nicht konkurrieren. Wenn nun in Bayern ein Atomkraftwerk abgeschaltet wird und damit gut 10 % der bisherigen Stromerzeugung aus dem Netz gehen, steigen die Chancen für die nicht zum Einsatz kommenden Gaskraftwerke. Die Abschaltung von einem Atomkraftwerk ist aber noch nicht die Rettung für die Gaskraftwerke. Für einen rentablen Betrieb müssen nicht nur die Atomkraftwerke schneller abgeschaltet werden, wir brauchen auch einen geordneten aber deutlich schnelleren Ausstieg aus der Braunkohleverstromung in Deutschland. Das würde die Klimabilanz Deutschlands deutlich verbessern.