Atomenergie

Noch 10 Tage – und das AKW Grafenrheinfeld geht vom Netz!

Ende Mai sollte das älteste deutsche noch in Betrieb befindliche Atomkraftwerk endlich stillgelegt werden. So hat es E.ON im letzten Jahr verkündet. Doch mittlerweile hat sich E.ON eines Schlechteren besonnen und sich selbst eine unbestimmte Laufzeitverlängerung gewährt. Erst wurde der 20. Juni  als neuer Abschalttermin kolportiert. Nun gibt es eine weitere Ankündigung: am 26. Juni 2015 soll Grafenrheinfeld nun wirklich abgeschaltet werden. Aber auch das ging nur, weil E.ON kurzfristig noch Strommengen vom AKW Unterweser nach Grafenrheinfeld geholt hat.


Nach dem Atomgesetz ist der Betrieb von Grafenrheinfeld bis längstens 31.12.2015 erlaubt. Daneben gibt es im Atomgesetz eine weitere Regelung, die jedem Atomkraftwerk die Produktion einer bestimmten, gesetzlich festgelegten Reststrommenge erlaubt. Die Reststrommenge für Grafenrheinfeld hat ziemlich genau für den Betrieb bis zum 31. Mai gereicht. Durch die bis jetzt zweimal verschobenen Abschalttermine wurde diese Reststrommenge aber inzwischen vollständig aufgebraucht.

Kurzerhand musste E.ON zu einer "Strommengenübertragung" greifen. Relativ kurzfristig hat E.ON Anfang Juni vom stillgelegten AKW Unterweser 500 Millionen KWh auf das unterfränkische Atomkraftwerk übertragen – ohne diesen Trick hätte der Betrieb von Grafenrheinfeld von der Aufsichtsbehörde untersagt werden müssen.