Atomenergie

AKW Grafenrheinfeld am Ende – doch die Arbeit geht nicht aus

Ende Mai sollte das älteste deutsche noch in Betrieb befindliche Atomkraftwerk endlich stillgelegt werden. So hat es E.ON im letzten Jahr verkündet. Doch mittlerweile hat sich E.ON eines Schlechteren besonnen und sich selbst eine unbestimmte Laufzeitverlängerung gewährt. Erst wurde der 20. Juni  als neuer Abschalttermin kolportiert. Nun gibt es eine weitere Ankündigung: am 26. Juni 2015 soll Grafenrheinfeld nun wirklich abgeschaltet werden.


Wenn man E.ON glauben darf, dann darf man sich am Samstag in einer Woche tatsächlich freuen, dass der Reaktor still liegt. Freuen dürfen sich auch die Angestellten und Arbeiter des Atomkraftwerks. Sie verdienen nämlich auch weiterhin ihr Geld im Atomkraftwerk – und dies bei einer deutlich geringeren Strahlenbelastung und mit einem geringeren Verantwortungsdruck, "dass ja nichts passieren darf".

Jahrelang wurden die Belegschaften der Atomkraftwerke von ihren Arbeitgebern indoktriniert, dass ein Atomausstieg ihre Arbeitsplätze gefährden würde. Jetzt zeigt Grafenrheinfeld – wie auch schon vor vier Jahren Isar 1 – deutlich, dass dies nichts als Propaganda war. So wie es bei Isar 1 zu keiner einzigen Kündigung beim Stammpersonal kam, sind bisher auch in Grafenrheinfeld keine Kündigungspläne bekannt geworden.

Denn bei einem Atomkraftwerk kann man nicht einfach die Türe hinter sich zuziehen und das Schild „Laden geschlossen“ ins Schaufenster hängen. Auch in der so genannten „Nachbetriebsphase“, bei der Bewachung und beim geplanten Rückbau werden weiterhin Arbeitskräfte gebraucht. Und wer wäre dafür besser qualifiziert als die Leute, die die Anlage seit Jahren kennen? Vermutlich wird also auch in Grafenrheinfeld die Belegschaft im Zuge der natürlichen Fluktuation abgebaut.