Noch 6 Tage Grafenrheinfeld – und Bayerns Atomaufsicht hat ein Problem los

<p><strong>Am 27. Juni 2015 soll das AKW Grafenrheinfeld nun wirklich abgeschaltet werden - und auch die Mitarbeiter des Bayerischen Umweltministeriums, die für die Atomaufsicht über diese Anlage zuständig waren, dürften erleichtert sein.</strong> Denn die konkrete Arbeit der bayerischen Atomaufsicht stand immer wieder in der öffentlichen Kritik.

21. Juni 2015

Der Druck der Atomkonzerne auf die Aufsichtsbehörden ist an allen Standorten groß; immer wieder weisen die Betreiber mehr oder weniger direkt darauf hin, welche finanziellen Folgen jeder Betriebsstillstand im Zusammenhang mit einer Überprüfung oder einer Reparatur haben kann.

Besonders kritisch war es beispielsweise im Jahr 2010, als bei einer Revision sich bei der Untersuchung eines Thermoschutzrohrs im Innenbereich des Reaktors Rissbildungen gezeigt haben. Diese Rissbildung wurde in trauter Einigkeit von E.ON, TÜV und dem Bayerischen Umweltministerium als relativ belangloses Ereignis gewertet, zumindest waren sie einhellig der Ansicht, dass diese Rissbildung nicht als „meldepflichtiges Ereignis“ behandelt werden muss. Obwohl man weder die genaue Entwicklung des Risses, noch die Ursache für den Riss kannte, bestand das Bayerische Umweltministerium nicht darauf, dass das fehlerhafte Rohr ausgetauscht wird.

Erst als das Bundesumweltministerium durch Indiskretionen davon „Wind bekommen hat“ wurde die Reaktorsicherheitskommission eingeschaltet. Nach monatelangen äußerst zähen Diskussionen und nach massiven Interventionen des Bundesumweltministeriums wurde dann im März 2011, also ca. 12 Monate später, das betreffende Rohr endlich ausgetauscht.