Bildung und Wissenschaft

Bildungsgerechtigkeit schaffen

Lern- und Betreuungsangebote in den kommenden Ferien anbieten

Die Folgen der Corona-bedingten Einschränkungen für Kinder und Jugendliche auf ihrem weiteren Entwicklungs- und Bildungsweg sind immens. Um die Bildungsschere in und durch die Pandemie nicht noch weiter aufgehen zu lassen, braucht es für dieses zweite Ausnahmeschuljahr zusätzliche Betreuungs- und Bildungsangebote an bayerischen Schulen. Schülerinnen und Schülern weisen große Defizite sowohl im sozialen als auch im schulischen Bereich auf.
 
Wir forderten deshalb die Staatsregierung in unserem Antrag (Drs.18/13179 ) auf, zusätzliche Unterstützungsangebote eine Woche in den Pfingstferien und zwei Wochen in den Sommerferien an den Schulen anzubieten. Dafür kann externes Personal, wie Lehramtsstudierende, Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst und pensionierte Lehrkräfte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Nachhilfeinstituten und Volkshochschulen,  oder Ehrenamtliche, gewonnen werden. Mit den Ferienangeboten sollten Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit erhalten, bestmöglich und flexibel individuelle Lernrückstände aufzuholen. Die Leidtragenden im schulischen Bereich sind vor allem jene Kinder, deren Väter und Mütter ihnen nicht unter die Arme greifen können, ungleiche Startchancen bei der Hausaufgabenbetreuung oder fehlende technische Ausstattung für digitales Lernen haben. Wohlhabende Familien können Nachhilfestunden finanzieren, sozial benachteiligte Kinder aber brauchen dringend eine staatlich organisierte Nachhilfe. Zu Recht warnt die Bildungsforschung deshalb mit Nachdruck davor, dass die ungleiche und ungerechte Chancenverteilung zunimmt, je länger die Schulschließungen dauern. Die PISA-Studie 2018 hat erneut unterstrichen, dass der Bildungserfolg in Deutschland weiterhin unverhältnismäßig stark vom Status der Eltern abhängt.
Für zusätzliche Betreuungsangebote forderten wir, dass das Kultusministerium einen Runden Tisch mit den kommunalen Spitzenverbänden und außerschulischen Partnern einberuft, um die Bedarfe für Betreuungsangebote zu ermitteln und entsprechende Konzepte für die kommenden Ferien zu erarbeiten. Den Kindern soll mit freizeitorientierten Angeboten in Spiel, Sport und Kultur auch wieder ein soziales Miteinander in festen Gruppen (mit entsprechendem Hygieneplan) ermöglicht werden. Aber auch berufstätige Eltern müssen nach Wochen des Distanzunterricht die Möglichkeit gegeben werden, ihre Kinder während den Ferien extern betreuen zu lassen.
Zur Finanzierung des externen Personals forderten wir, Gelder aus dem Corona-Fond bereitzustellen oder durch ein Sonderprogramm des Freistaates Bayern zu fördern.
Leider haben die Regierungsparteien diesen Antrag von uns am 22. April im Bildungsausschuss abgelehnt!