Nordbayern-Initiative der CSU-Regierung: ein fader Aufguss längst bekannter Vorhaben

<p><strong>Die großangelegte Nordbayern-Initiative der Ministerin Aigner und der Minister Herrmann, Spaenle und Söder enttäuscht unsere hochschulpolitische Sprecherin und Nürnberger Abgeordnete Verena Osgyan.</strong> Bereits letzten August waren genau dieselben Projekte im Kultur-, Hochschul- und Forschungsbereich vollmundig vorgestellt worden.

29. Juli 2015

Von den 600 Millionen sind tatsächlich nur 250 Millionen frisches Geld, der Rest fließt in bereits längst geplante oder begonnene Vorhaben wie die Sanierung des Bayreuther Markgrafentheater oder der Feste Marienberg, wie eine grüne Anfrage bestätigt. Verena Osgyan: "Unter diesem Gesichtspunkt sind 250 Millionen für vier Regierungsbezirke und über vier Jahre lächerlich. Damit kann weder intensiv in Zukunftstechnologien noch in den Aufbau neuer Wissenschaftscluster am Hightech-Standort Nordbayern investiert werden."

Verena Osygan: Die Anliegen der Industrie und Handelskammern müssen ernst genommen werden, wie der Aufbau der Wissenschaftsmeile Nürnberg-Fürth-Erlangen mit dem Energiecampus und die stärkere Vernetzung des Zentrums für Digitalisierung in Garching mit den lokalen Initiativen. "Hier hätte ein frühzeitigerer Dialog mit allen Partnern gut getan, stattdessen wird mut- und planlos mit der Gießkanne gefördert, ohne echte Schwerpunkte zu setzen."

Ein Beispiel sei das Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft. "Vier Millionen Budget bis 2018 und praktisch keinen Cent an eigenständigen Fördermitteln: Wie soll hier ein großer Wurf gelingen?", so Verena Osgyan. "Immer die gleichen ollen Kamellen als Initiative für den nordbayerischen Raum zu verkaufen, bringt uns keinen Schritt weiter."

Wir fordern eine Aufstockung des Nordbayernplans. Zudem muss bei den Themen Kultur- und Kreativwirtschaft und IT-Gründer- und Anwenderzentren schleunigst nachgelegt werden, damit das Gründerland Bayern auch in Franken und der Oberpfalz schnell durchstarten könne. Verena Osgyan: „Uns ist regionale Wertschöpfung genauso wichtig wie der Aufbau einer vielfältigen und exzellenten Hochschullandschaft in ganz Bayern.“