Bildung und Wissenschaft

Schulfamilie entlasten – Faschingsferien in Bayern beibehalten

Ferienwoche nutzen, um Schulbetrieb bis zu den Osterferien gut aufzustellen

Unsere Schulfamilie braucht die dringend benötigte pädagogische Verschnaufpause – und das FW-Kultusministerium hat eine weitere Woche, um den Schulbetrieb nach dem 22. Februar entsprechend zu organisieren und zu regeln. Eltern, Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte tun ihr Bestes, die Belastungen sind enorm. Hier braucht es politische Unterstützung.

2002 wurden die Winterferien eingeführt mit der Begründung, dass sich in der längsten Unterrichtsphase durch die Ferien eine kleine, aber pädagogisch sinnvolle Erholungspause ergibt, die den Schülern die Gelegenheit gibt, neue Kraft zu schöpfen und Lücken zu schließen.  Wir sind überzeugt, dass gerade in dieser besonders anstrengenden und kräftezehrenden Zeit wir unsere Schulfamilie nicht bis zu den Osterferien weiter arbeiten lassen können.

Den Kindern nutzt auch der aberwitziger FW-Vorschlag, den Buß- und Bettag zum zusätzlichen schulfreien Tag zu machen, nichts. Zur Erinnerung: Die Schülerinnen und Schüler haben an dem Tag schon frei. Es geht um Entlastungen, die jetzt gewährt werden. Wir sind überzeugt, dass den Betroffenen endlich zugehört werden muss. Da geht es um die Debatte der Ferien, aber auch um die Proteste zum Wechselunterricht.  Nichts an diesem Schuljahr ist normal oder vergleichbar.

Zu klären sind außerdem die Fragen nach Übertritt, Abschlussprüfungen und einem reibungslosen Anschluss an dieses Schuljahr. wir Landtags-Grüne fordern einen Plan, wie es mit dem Schulbetrieb weitergeht.
Unser Vorschlag:
Soweit der 7-Tages-Inzidenzwert im jeweiligen Landkreis unterhalb von 100 Infizierten / 100.000 Einwohner*innen liegt können wir uns die Öffnung von Grund- und Förderschulen ab 22. Februar vorstellen.
Auch in den Grundschulen müssen aber natürlich Kontakte weiterhin gering und Abstände eingehalten werden. Es gilt aber endlich eine Balance aus Infektionsschutz und Bildung herzustellen.
Begonnen werden muss mit den Kleinsten, also den 1. und 2. Klassen im Wechselunterricht. Sollte sich die Situation vor Ort weiter entspannen, kann doch das Gesundheitsamt in Absprache mit dem Schulamt entscheiden, ob weitere Jahrgänge in den Wechselunterricht gehen bzw. ob die einzelne Schule den Regelbetrieb wieder aufnehmen kann. Hier muss man explizit jede einzelne Schule bewerten.
Warum ist das so wichtig? Viele Kinder, vor allem diejenigen, die wenig familiäre Unterstützung erhalten können, weisen inzwischen enorme Lernlücken auf. Dies ist besonders kritisch, da in der Grundschule die Voraussetzungen für den weiteren Bildungserfolg gelegt werden. Die Kinder sind gezielt zu fördern, insb. bei den Grundkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen. Dazu könnten die Lehrkräfte durch Studierende oder externe Partner*innen wie z.B. Nachhilfeinstitute unterstützt werden.
Außerdem muss der Schulstart endlich mit einer geeigneten Teststrategie begleitet werden. Möglich sind: mobile Testteams, regelmäßige Pooltestungen von Klassen und Testungen von Lehrkräften mittels Antigen-Schnelltests.