Bildung und Wissenschaft

Probeunterricht: Unnötiger Stress für Grundschulkinder

Gabriele Triebel: Übertrittsschnitt anheben statt Prüfsituation übergewichten

Als „unnötig und unfair“ bezeichnet die bildungspolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, Gabriele Triebel, den am Dienstag startenden Probeunterricht für Grundschülerinnen und -schüler, die ohne den festgelegten Übertritts-Notendurchschnitt auf ein Gymnasium oder eine Realschule wechseln wollen. „Diesen Kindern war es wegen der Coronakrise seit März nicht mehr möglich, den Notendurchschnitt zu verbessern und so den Standardweg auf die weiterführenden Schulen zu gehen“, betont Gabriele Triebel. „Sie sind deshalb Krisen- und Bildungsverlierer und sollten jetzt nicht noch zusätzlich bestraft werden.“

Gabriele Triebel verweist auf so genannte Günstigkeitsregeln in vielen anderen Bereichen des Bildungswesens - unter anderem für Abiturientinnen und Abiturienten. „In dieser besonders schweren Zeit sollten wir auch den neun- und zehnjährigen Kindern entgegenkommen und sie nach der langen Schulpause nicht einer wirklich unnötigen Prüfungssituation aussetzen.“ Stattdessen fordert Gabriele Triebel eine entsprechende Anhebung der Übertrittsschnitte und kein ideologisches Festhalten an den Ergebnissen des Probeunterrichts. „So schaffen wir faire Übertrittsbedingungen ohne zusätzlichen Stress für diese Kinder und berücksichtigen auch ihre coronabedingte schulische Ausnahmesituation der letzten Monate.“