Bildung und Wissenschaft

Bildung in Zeiten von Corona

Für knapp 6.200 Schulen in Bayern und knapp 1,66 Mio. Schülerinnen und Schüler wurde der Unterrichtsbetrieb an bayerischen Schulen aufgrund der hohen Ansteckungs- und  Verbreitungsgefahr durch COVID-19 seit Montag, den 16. März bis einschließlich der Osterferien 2020 eingestellt.

Nicht genug wertgeschätzt werden kann hier die Leistung der Schülerinnen und Schüler, die in dieser Ausnahmesituation, einer Situation der Unsicherheit und ohne dem gewohnten Alltag, es dennoch schaffen, zuhause zu lernen. Dabei kommt es nicht drauf an, wer wie viel lernt.

Wir wissen, der Druck ist groß. Weder an den Schulen noch zuhause herrschen Idealbedingungen vor. Die jetzt nötigen technischen Voraussetzungen für das „Homeschooling“ funktionieren nicht überall reibungslos, viele Haushalte sind nicht mit genügend oder passenden digitalen Geräten für diese Notsituation gerüstet. Wir Grüne finden es wichtig, dass Schülerinnen und Schüler beim Lernen nicht völlig aus dem Tritt kommen. Aber es sollte aufgrund der Schulschließungen nicht zu mehr Bildungsungerechtigkeit kommen. Wenn jetzt teilweise neuer Stoff über Hausaufgaben vermittelt wird, verlieren Schülerinnen und Schüler ohne entsprechende elterliche oder schulische Unterstützung oder schlechten Rahmenbedingen zuhause noch mehr den Anschluss. Wir sind der Meinung: Weniger ist mehr. Die Kinder und Jugendlichen haben derzeit viel zu bewältigen. Auch sie haben so eine Situation noch nie erlebt. Am wichtigsten ist jetzt, die Kinder nicht zu überfordern und ihre psychische Gesundheit zu gewährleisten. Davon sind unsere grünen Bildungspolitiker*innen überzeugt. Aus den genannten Gründen haben wir Herrn Kultusminister Michael Piazolo einen Brief geschrieben und um ein klares Signal und einen Handlungsrahmen gebeten. 

Wir werden im Rahmen unserer parlamentarischen Möglichkeiten alles dafür tun, dass die Schülerinnen und Schüler – sobald dies wieder möglich sein wird – in den Schulen aufgefangen werden. Dabei muss es um jeden Einzelnen gehen.

Brief des Bildungsteams an Kultusminister Piazolo