Bildung und Wissenschaft

Öffentliche Bäder erhalten - Schwimmunterricht garantieren

Schwimmen können, rettet Leben

Sommerzeit ist Badezeit. Zugleich ist der Sommer die Zeit der Badeunfälle – und diese enden oft genug tragisch. Allein im Jahr 2018 gab es im Freistaat 89 Badetote. Mehr als in jedem anderen Bundesland. In ganz Deutschland starben im vergangenen Jahr 504 Menschen bei Unfällen im und am Wasser, 100 mehr als 2017, aber 33 weniger als 2016. Trotzdem bleibt 2018 das zweitverheerendste der vergangenen zehn Jahre.

Die Landtags-Grünen wollen an der schlimmen Lage schleunigst etwas ändern. Je mehr Kinder schon im Grundschulalter sicher schwimmen können, desto geringer ist grundsätzlich die Gefahr des Ertrinkens, so die plausible Theorie, die auch Organisationen wie die Wasserwacht oder die Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft vehement vertreten.

Galten 1990 noch 90 Prozent aller Zehnjährigen als sichere Schwimmerinnen und Schwimmer, sind es nach Erhebung der DLRG heute nur noch 40 Prozent. „100% Schwimmfähigkeit in Bayern - das muss unser Ziel sein!“, forderte Max Deisenhofer, unser sportpolitischer Sprecher daher mit seinem Antrag „Zum Schutz unserer Kinder: Öffentliche Bäder erhalten – Schwimmunterricht garantieren“ im Bildungsausschuss. „Jedes Kind in Bayern muss sich sicher im Wasser bewegen können - das ist überlebenswichtig“, sagte Deisenhofer.

Im Maßnahmenkatalog, der ausschließlich unter Parteikolleginnen Zustimmung fand, geht es neben der Sicherstellung der Schwimminfrastruktur vor allem auch um die Öffnung des Lehrangebots. Während sich die FDP enthielt und keine SPD-Abgeordneten an der Abstimmung teilnahmen, lehnten CSU, FW sowie die AfD den grünen Antrag ab. Die Begründung der Regierungsparteien: Bestehende Initiativen der Regierungsparteien zur Förderung der Schwimmfähigkeit seien absolut ausreichend. Noch in der zurückliegenden Legislaturperiode hatten die Freien Wähler bei einem nahezu identischen Antrag die grüne Position geschlossen unterstützt.