Bildung und Wissenschaft

„Individualität der Kinder endlich gerecht werden“

Grüne fordern: Individuelle Förderung in der Grundschule und zum Übertritt stärken

Die Viertklässler in Bayern haben 29 Unterrichtsstunden pro Woche, schreiben 22 Proben pro Schuljahr, dazu Hausaufgaben und Lernzeit. Schließlich steuert alles auf den Zeitpunkt des Übertritts hin. Am 2. Mai 2019 erhielten wieder zehntausende Grundschüler*innen ihre Übertrittszeugnisse. Damit steht fest, welche Schulform die Viertklässler ab dem nächsten Schuljahr besuchen können.

Klar ist, die Grundschule legt den Grundstein für den weiteren Bildungsweg. ‚“Das gegliederte Schulsystem in Bayern wird sich so schnell nicht ändern, umso mehr braucht es innovative Ideen, um vor allem den Kleinsten eine gute Basis zu bieten.“, so unsere schulpolitische Sprecherin Anna Toman. Wir setzen uns dafür ein, der individuelle Förderung zu deutlich zu stärken. Damit soll der Vielfalt der Kinder in der Grundschule begegnet werden und der Notendruck abgemildert werden.

Um dieses Leitziel zu erreichen, sollen folgende Maßnahmen schrittweise umgesetzt werden:

  • Die Unterrichtspflichtzeit aller Grundschullehrkräfte soll zugunsten von zwei Zeitstunden (bei Vollzeit) für mehr individuelle Förderung reduziert werden.
  • Im pädagogischen Ermessen können künftig zwei der zwölf Proben in Deutsch und jeweils eine Probe in Mathematik und HSU mit einer individuellen Leistungsbewertung bewertet werden anstatt mit einer Ziffernnote.
  • Aufbau eines Zwei-Pädagog*innen-Systems für einen zeitweisen Einsatz von zwei Lehrkräften - oder einer Lehrkraft und einer weiteren pädagogischen Fachkraft - im Unterricht.
  • Stärkung des Elternwillsens beim Übertritt: Wenn sich Eltern künftig entgegen der Grundschulempfehlung für eine andere Schulart entscheiden wollen, soll ein Beratungsgespräch mit der abgebenden Schule erfolgen. Der Elternentscheidung soll entsprochen werden. Der Probeunterricht entfällt.
  • Auf Antrag sollen – dort wo Schulen und Sachaufwandsträger dies wollen - Schulen entstehen können, die ein wohnortnahes weiterführendes Schulangebot sichern. Diese Sekundarschulen ergänzen das Schulangebot und ermöglichen sowohl einen qualifizierenden Abschluss als auch einen mittleren Schulabschluss.
  • Modell der Flexiblen Grundschulen ausdehnen, damit deutlich mehr Kinder und Eltern dieses Modell anwählen können. Hier durchlaufen die Kinder die Jahrgangsstufen eins und zwei in einem, zwei oder drei Jahren, je nach Begabung und Entwicklungsstand.