Bildung und Wissenschaft

Bildung im Haushaltsplan 2017/18 endlich ausreichend berücksichtigen!

Schule ist nicht nur ein Lernort sondern auch ein Lebensort für unsere Kinder und Jugendlichen. Diese Tatsache verlangt einen ganzheitlichen Unterrichtsansatz, der Inklusion, Integration, außerschulisches Lernen, demokratische Bildung und Förderung der sozialen Kompetenzen selbstverständlich mit einschließt. Doch leider sind wir von einer gelungenen Umsetzung eines „Lebensraums Schule“ mangels erforderlicher Ressourcen weit entfernt.


Nach wie vor ist es das dreigliedrige Schulsystem, das in Bayern zu vielen Problemen führt. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern hat Bayern keine Öffnungsklausel im Schulgesetz, die eine Weiterentwicklung bestehender Schulen zu Gemeinschaftsschulen ermöglicht. Demzufolge sieht die Staatsregierung für die Begleitung eines solchen Entwicklungsprozesses auch keine Gelder vor, obwohl nur durch Gemeinschaftsschulen die Belastung des Schulübertritts in der vierten Klasse reduziert, stärkenorientierte Förderung gewährleistet und die Schließung kleiner ländlicher Schulen verhindert werden kann.

Bildung ist ein grenzenloses Kinderrecht. Deshalb müssen alle Kinder und Jugendlichen, die zu uns geflüchtet sind, an unseren Schulen in ausreichendem Maß unterrichtet werden. Es fehlt jedoch an Lehrkräften für Deutsch als Zweitsprache, an Räumlichkeiten und an psychologischen Fachkräften, die mit den traumatischen Erfahrungen, die viele Geflüchtete mitbringen, umgehen können. Dazu kommt, dass Finanzminister Söder die im letzten Jahr geschaffenen Lehrerstellen bereits 2019 wieder streichen will. Wir wollen diese Stellen erhalten, denn Bildung in der Einwanderungsgesellschaft ist eine Daueraufgabe.

An unseren Gymnasien herrscht nach wie vor große Unsicherheit, wie ein Festhalten am G8 oder ein Zurück zum G9 wirklich funktionieren kann. Es bedarf dringender Reformen, zusätzliche Lehrerinnen und Lehrer müssen eingestellt, die Stundenpläne überarbeitet, die Schulgebäude zum Teil erweitert und Förderkonzepte entwickelt werden. Im gegenwärtigen Haushalt ist dafür kein Euro eingestellt und somit ist die Reform des Gymnasiums eine Luftnummer.

Der Ausbau des offenen und gebundenen Ganztags ist noch längst nicht in dem erforderlichen Maß vorangekommen. Bayern rangiert dabei deutschlandweit auf den letzten Plätzen. Für mehr Qualität in der Ganztagsbetreuung benötigen wir auch mehr Lehrerstunden, mehr externe Fachkräfte angestellt und zeitgemäße Unterrichtsmaterialien.

Unsere Kinder im Geiste der Demokratie zu erziehen, ist die in der Verfassung festgeschriebene Aufgabe des bayerischen Schulsystems. Hierzu braucht es zusätzliche Stundenkontingente für die Regionalbeauftragten für Demokratie und Toleranz und eine Stärkung des Netzwerks „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“. „Vor allem aber brauchen wir flächendeckend neue Programme zur Verbesserung der Demokratieerziehung – diese ist jetzt wichtiger denn je“, betonte der Bildungsexperte der Landtags-Grünen, Thomas Gehring in der Haushaltsdebatte.

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