04. Januar 2013

Stammstreckendiskussion: Grüne sehen sich in Kritik bestätigt

Abteil in der Münchner S-Bahn
Die Münchner S-Bahn-Kunden brauchen jetzt Verbesserungen und nicht erst in 20 oder 30 Jahren. Foto: Richard Huber CC BY-SA 3.0

Thomas Mütze: „Jetzt den Reset-Knopf drücken!“ Planungsmängel, absehbare Verzögerungen bei der Fertigstellung, Kostenexplosion: Für die Grünen im Bayerischen Landtag entpuppt sich der noch Ende November groß gefeierte Durchbruch beim Bau der zweiten München S-Bahn-Stammstrecke schon heute als „riesige Seifenblase kurz vorm Platzen“. Das sagt unser verkehrspolitischer Sprecher Thomas Mütze als Reaktion auf die heutigen Berichte in der Münchner Zeitungslandschaft.

Laut der Süddeutschen Zeitung klafft zwischen der von Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil zuletzt vorgestellten Kalkulation über 2,047 Milliarden Euro und der offiziellen Kostenplanung der Deutschen Bahn schon jetzt eine 400-Millionen-Euro-Lücke. „Dass uns hier ein München 21 droht, bei dem am Ende der Freistaat an explodierenden Mehrkosten hängen bleibt, ist absehbar“, so Thomas Mütze. Und weiter: „Damit lässt sich auch die von der Staatsregierung stets bemühte Argumentation, dass kein anderes Verkehrsprojekt in Bayern unter dem Bau der Stammstrecke zu leiden habe, nicht mehr aufrecht erhalten.“ Allerdings müsse hierfür am Ende nicht der wohl nicht mehr lange amtierende FDP-Verkehrsminister gerade stehen, sondern letztlich der Bayerische Steuerzahler.

Thomas Mütze verweist darauf, dass wegen der von den Grünen seit jeher angemahnten Sicherheitsmängel an den neuen Bahnsteigen und insbesondere bei der 40 Meter tiefen Umsteigestelle am Hauptbahnhof „Nachplanungen, Nachbesserungen und Nachkalkulationen schon jetzt unausweichlich sind“. Zusätzlich zum 400-Millionen-Loch sei also mit weiteren Kostensteigerungen in Höhe von Hunderten Millionen Euro zu rechnen. „Das ist ein Fass ohne Boden“, konstatiert Thomas Mütze.

Der Grüne Verkehrsexperte fordert, jetzt den Reset-Knopf zu drücken und bekannte Alternativlösungen wieder ins Auge zu fassen. Zumal gegen die derzeitigen Stammstreckenplanungen Widerstand nicht nur seitens der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) zu erwarten sei. Thomas Mütze: „Wenn das Verkehrsministerium seine Tunnellösung aus Prestigegründen durchboxt, droht ein Dauerstreit in München. Ob Heiner Geißler den dann noch schlichten kann, weiß ich auch nicht...“

Thomas Mütze
Sprecher für Wirtschaft und Finanzen
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