Nachdem immer weitere Details über die ekelerregenden Zustände bei der Großbäckerei Müller-Brot bekannt werden, haben die Landtagsgrünen massive Kritik an der Informationspolitik der zuständigen Behörden geübt: „Angesichts der Schwere der Vorkommnisse ist es nicht nachvollziehbar, dass Landratsamt und Landesamt für Lebensmittelsicherheit nicht früher den Weg an die Öffentlichkeit gegangen sind und stattdessen die betroffenen Kundinnen und Kunden so lange im Ahnungslosen gelassen haben“, sagte der Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt und Gesundheit, Christian Magerl. Die geltende Rechtslage hätte dafür durchaus Spielraum gelassen, so die Grünen: „Das Lebens- und Futtermittelgesetz sieht auch bei einem nicht gesundheitsschädlichen, aber zum Verzehr ungeeigneten Lebensmittel eine Pflicht zur Information der Öffentlichkeit vor – insbesondere wenn es ekelerregend ist und in nicht unerheblicher Menge in den Verkehr gelangt ist“, verweist Christian Magerl auf den entsprechenden Paragraphen 40. Dies umso mehr, als das Unternehmen ja die Mängel über Jahre hinweg nicht abgestellt habe und allein schon die Höhe der Bußgeldforderungen auf eine besondere Schwere der Verstöße hindeute. „Die Behörden haben sich hier offenbar zu sehr von den wirtschaftlichen Interessen der Firma Müller-Brot leiten lassen und damit den Arbeitsplätzen erst recht einen Bärendienst erwiesen“, so Christian Magerl.
Dringend Klarheit müsse das LGL nun über Medienberichte herstellen, wonach entgegen der ursprünglichen Behauptungen der Behörden eben doch eine Gesundheitsgefährdung für die Verbraucherinnen und Verbraucher vorgelegen habe: „Nach allem, was jetzt an Schädlingsbefall bekannt wurde, erscheint es schwer vorstellbar, dass die Ware bei der Auslieferung bedenkenlos war. Schließlich hat es ja auch wiederholt Rückrufaktionen gegeben.“
Christian Magerl hat als Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt und Gesundheit für die kommende Sitzung am Donnerstag, 16. Februar einen Bericht des Umweltministeriums eingefordert. „Alles, was im Falle Müller-Brot passiert oder nicht passiert ist, muss restlos auf den Prüfstand.“
