11. Oktober 2011

Artenschutzbericht 2010: Viel Information, keine Konsequenzen

Der Artenschutzbericht 2010 des bayerischen Umweltministeriums stellt auf 600 Seiten sehr sachlich die Situation der biologischen Vielfalt in Bayern dar. Leider findet man darin so gut wie keine Konsequenzen für das politische Handeln. Dies sollte im Umweltausschuss des Landtages in einer Debatte nachgeholt werden.

Während die Koalition die bisherigen Maßnahmen für ausreichend hält und darauf hinweist, dass man in Bayern aufgrund der vielfältigen Nutzungsansprüche an die Natur mit Artenrückgängen und Aussterbeprozessen leben müsse, mahnt die Opposition deutlich mehr Engagement an. Wichtige Ursachen für das Artensterben in Bayern sind u.a. der Flächenverbrauch, der im letzten Jahr um über 20% angestiegen ist, der Stickstoffeintrag durch die Landwirtschaft, der Magerrasen und Gewässer belastet, der Grünlandumbruch zu Acker, der auch klimaschädlich ist und der Wasserkraftausbau an den letzten frei fließenden Flüssen Bayerns, so der umweltpolitische Sprecher Christian Magerl.

Bei all diesen Themen reagiert die Staatsregierung überhaupt nicht oder hilflos. Im Gegenteil, das Landwirtschaftsministerium würde am liebsten die Ausgleichsverpflichtung für Eingriffe in die Natur kippen und damit den Flächenverbrauch weiter erleichtern.


Weitere Informationen

Flyer Biodiversität in Gefahr (Januar 2010)

Dr. Christian Magerl
Umweltpolitischer und tierschutzpolitischer Sprecher
Tel: 089/4126-2761
Fax: 089/4126-1135
Email.: christian [dot] magerl [at] gruene-fraktion-bayern [dot] de (Dr. Christian Magerl)