12. Mai 2017

Kein Gift auf auf unseren Äckern und schon gar nicht auf ökologischen Vorrangflächen!

Selten gab es so viel bewusste Missinterpretation und schlichtweg falsche Aussagen in der Landtagsdebatte zu unserem Dringlichkeitsantrag „Keine Pflanzengifte auf ökologischen Vorrangflächen“.


Darum geht es: Um die europäischen Agrarzahlungen auch an Leistungen zu Umwelt-, Klima- und Naturschutz zu koppeln, wurde das sogenannte Greening eingeführt. Ein Bestandteil dabei war, 5% der Ackerflächen als ökologische Vorrangfläche zu bewirtschaften. Da auf diesen Flächen Pflanzengifte erlaubt blieben, sind die Effekte des Greening für den Naturschutz verpufft. In unserem Dringlichkeitsantrag forderten wir, diesen Fehler zu beheben.
Die Intensivierung der Landwirtschaft und der Einsatz neuartiger Pflanzengifte haben dazu geführt, dass die Vogelarten und die Säugetiere der Agrarlandschaft dramatisch zurückgehen. Zwischen 1990 und 2013 verschwanden in Deutschland 35 Prozent aller Feldlerchen, 80 Prozent aller Kiebitze und 84 Prozent aller Rebhühner. Dem sollten eigentlich die ökologischen Vorrangflächen, die die Bauern und Bäuerinnen einrichten müssen, um ihre Hektarprämien zu erhalten, entgegenwirken. Durch intensive Lobbyarbeit der Bauernverbände wurde erreicht, dass keine Brachflächen, Gewässerrandstreifen oder Blühflächen entstanden sind, sondern Winterbegrünungen und Leguminosenanbau. Zu allem Überfluss durften dort auch noch Pflanzengifte ausgebracht werden. Die Wirkung für die Artenvielfalt geht damit gegen null. Diesen Fehler könnte man jetzt revidieren, da selbst die EU-Kommission ein Pestizidverbot vorgeschlagen hat. Dem ist vom CSU-geführten Agrarausschuss des Europaparlamentes widersprochen worden. Auch im Landtag lehnten CSU und Freie Wähler den grünen Dringlichkeitsantrag ab. Die abenteuerlichste Begründung war, dass nicht die geänderte Agrarstruktur den Artenrückgang verursacht, sondern Fuchs und große Beutegreifer schuld seien am Aussterben der Rebhühner.

„Wir müssen wenigstens diese 5 % der Ackerfläche für die Artenvielfalt öffnen und nicht alles totspritzen. Es kann nicht sein, dass unsere Kinder und Enkel Allerweltsvogelarten wie Feldlerche, Kiebitz und Rebhuhn nicht mehr kennenlernen können“, so die agrarpolitische Sprecherin Gisela Sengl. „Das Artensterben ist menschengemacht – also sind wir auch dafür verantwortlich, es aufzuhalten.“

Gisela Sengl
Sprecherin für Agrarpolitik, Stellvertretende Fraktionsvorsitzende
Tel: 089/4126-2542
Fax: 089/4126-1135
Email.: gisela [dot] sengl [at] gruene-fraktion-bayern [dot] de (Gisela Sengl)