Der Hochschulausschuss stimmte einstimmig mit geringen Änderungen einem grünen Antrag zum Obersalzberg zu. Für den kulturpolitischen Sprecher Sepp Dürr ein großer Erfolg der Grünen, der hoffen lasse, dass der Obersalzberg endlich den historischen Erfordernissen gemäß erschlossen wird.
Die Grünen fordern im Zuge des geplanten Erweiterungsbaus der Dokumentation – jährlich kommen mehr als 150.000 Interessierte und damit weit mehr als erwartet – und der Neukonzipierung der in die Jahre gekommenen Ausstellung von der Staatsregierung unter Beteiligung des Ausschusses ein Gesamtkonzept, das die Außenbereiche am Obersalzberg wie das ehemalige Berghofgelände und vor allen das Kehlsteinhaus mit Wegweisern und Informationstafeln einbezieht. Der Bau einer internationalen Jugendbegegnungsstätte in Berchtesgaden soll geprüft werden.
Sepp Dürr kritisierte insbesondere die immer noch fast ausschließlich touristische Nutzung des Kehlsteinhauses: Bisher gebe es nur spärliche Hinweise auf seine NS-Geschichte, nach wie vor werden Propagandabilder aus der der NS-Zeit und zweifelhafte Publikationen verkauft. Diesen skandalösen Umgang mit der Vergangenheit wollen die Grünen ersetzen durch eine kritisch und wissenschaftlich fundierte Präsentation, um das Kehlsteinhaus wie das gesamte ehemalige „Führer-Sperrgebiet“ für die Besucher als „trügerische Idylle“ erfahrbar zu machen, wie es in dem Antrag heißt.
Dass der Ausschuss der Argumentation von Sepp Dürr in der Sitzung folgte, ist umso überraschender, als er in der Vergangenheit die Vorschläge der Grünen stets abgelehnt und noch jüngst die Staatsregierung in der Antwort auf eine Anfrage von Sepp Dürr den grünen Forderungen sehr reserviert gegenüber gestanden hatte.
