Zum laufenden Schuljahr 2009/2010 ist der landesweite Modellversuch Islamunterricht für fünf Jahre angelaufen. Langfristiges Ziel sei es, so der Kultusminister, einen Islamischen Religionsunterricht als ordentliches Schulfach einzuführen.
Dazu muss sich aber zunächst ein einheitlicher muslimischer Ansprechpartner herausbilden, der als Religionsgemeinschaft im Sinne des Art. 7 Abs. 3 GG anerkannt ist, und mit dem der Freistaat dann in Übereinstimmung den Islamischen Religionsunterricht organisieren kann. Der Kultusminister hat sich ungeachtet dieser Problematik dafür ausgesprochen, die landesweite Verbreitung eines Islamunterrichts auf Grundlage des Erlanger Modells voranzutreiben, um den Bedürfnissen der muslimischen Schülerinnen und Schüler schon jetzt gerecht zu werden.
Derzeitige Herausforderungen sind die Ausbildung einer genügenden Anzahl muslimischer Religionslehrerinnen und -lehrer sowie praktische Schwierigkeiten, möglichst viele muslimische Schülerinnen und Schüler zu erreichen und den Islamunterricht in den Regelstundenplan zu integrieren. Offen ist bislang, wie das Fach weiterentwickelt werden soll und wie es ein fester Bestandteil in den landesweiten Lehrplänen werden kann. Mit Blick auf die Zukunft stellt sich die Frage, wie sich die Musliminnen und Muslime in Bayern organisieren könnten, so dass sie als Religionsgemeinschaft im Sinne des Grundgesetzes anerkannt werden, und in Übereinkunft mit dem Staat ein Islamischer Religionsunterricht erteilt werden kann.
Die grüne Landtagsfraktion hat die Staatsregierung aufgefordert, im Bildungsausschuss über die Umsetzung und Weiterentwicklung des Islamunterrichts in Bayern zu berichten, so dass dann über weitere Schritte nachgedacht werden kann.
