21. April 2017

Trauriger Höchststand bei Schusswaffen: Bayern rüstet auf

München (21.4.2017/lmo). „Immer mehr Waffen werden gekauft, der Trend der Aufrüstung in Bayern verschärft sich erneut“, kommentiert die Fraktionsvorsitzende und innenpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, Katharina Schulze, eine grüne Anfrage (Anhang). Besorgniserregend sei vor allem die dramatische Zunahme an lebensgefährlichen Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen. Haben die Waffenbehörden 2015 noch 5.748 Personen den ‚kleinen Waffenschein‘ ausgestellt, der dazu berechtigt, die Schreckschusswaffe in der Öffentlichkeit mit sich zu führen, stieg 2016 die Zahl der erteilten ‚kleinen Waffenscheine‘ um sage und schreibe 578 Prozent an auf 33.198 Personen. „Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher sein, weil der bloße Erwerb erlaubnisfrei ist. Eine erschreckende Entwicklung.“

Auch die Zahl der erlaubnispflichtigen Schusswaffen ist auf einem neuen Höchststand (1.163.544). Ein Plus von 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Waffenbehörden haben 2016 12.707 Personen eine Erlaubnis zum Erwerb und Besitz einer erlaubnispflichtigen Schusswaffen (Waffenbesitzkarte) erteilt. Das sind 16,6 Prozent mehr Waffenbesitzkarten als noch 2015 ausgestellt worden sind. 76 Privatpersonen wurde 2016 der große Waffenschein ausgestellt, der es erlaubt, die Schusswaffe auch in der Öffentlichkeit zu tragen. Dass es immer mehr Schusswaffen in Bayern gibt, spiegelt sich auch in den Opferzahlen wieder. Durch erlaubnispflichtige Schusswaffen kamen 2016 mehr Menschen zu Schaden (41 Personen) als im gesamten Zeitraum 2011 bis 2015 (39 Personen). „Diese lebensgefährlichen Entwicklungen müssen gestoppt werden. Jedes Schusswaffenopfer in Bayern ist eines zu viel“, so Katharina Schulze. „Das Waffenrecht muss jetzt ohne Vorbehalte auf den Prüfstand, um den Einsatz illegaler Waffen und den Missbrauch legaler Waffen zu bekämpfen.“

Die Landtags-Grünen fordern eine wirksamere Kontrolle des Waffenhandels in der EU, ein Verbot besonders gefährlicher halbautomatischer Schusswaffen im Besitz von Privatpersonen und strengere Anforderungen an die Eignung und Zuverlässigkeit der WaffenbesitzerInnen. Katharina Schulze: „Auch muss bereits für den Besitz einer Schreckschusswaffe eine Waffenerlaubnis vorgeschrieben sein, um den Zugang zu Schreckschusswaffen zu erschweren.“


Katharina Schulze
Fraktionsvorsitzende, Sprecherin für Inneres und Strategien gegen Rechtsextremismus,
Tel: 089/4126-2773
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Email.: katharina [dot] schulze [at] gruene-fraktion-bayern [dot] de (Katharina Schulze)