Bei der Auftragsvergabe für den umstrittenen Bayern-Trojaner, eine Überwachungssoftware, die Polizei und Verfassungsschutz in Bayern zum Ausspähen privater Rechner verwendet haben, hat das Landeskriminalamt massiv gegen geltende Vergaberegelungen verstoßen. Zu diesem Schluss kommen die Landtagsgrünen anhand einer Schriftlichen Anfrage beim Innenministerium. „Das LKA hat direkt die Firma Digitask beauftragt, ohne wie vorgeschrieben andere Angebote einzuholen“, kritisiert die innenpolitische Sprecherin Susanna Tausendfreund. Darüber hinaus habe das LKA jeden Einsatz des Bayern-Trojaners als eigenen Beschaffungsvorgang gewertet – wohl, um damit eine europaweite öffentliche Ausschreibung zu umgehen. „Der Verdacht liegt nahe, dass hier bewusst gestückelt wurde, denn das Gesamtvolumen des Auftrags über 400.000 Euro hätte auf jeden Fall eine europaweite Ausschreibung erfordert.“
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