01. März 2010

Die Angst der CSU vor den "Flintendamen"

Pressemitteilung

Die Öffnung der Schutzpolizei für Frauen musste gegen heftige Widerstände erkämpft werden

München (sip). Die Landtagsgrünen haben die Öffnung der Schutzpolizei vor 20 Jahren für Frauen als Erfolgsgeschichte bezeichnet. "Der steigende Anteil von Frauen gerade in einer klassischen Männerdomäne ist nicht nur ein wichtiger Schritt zur Gleichstellung, sondern hat auch der Polizei insgesamt gut getan", sagte die innenpolitische Sprecherin Susanna Tausendfreund. Bemerkenswert sei allerdings, wie bereitwillig sich der CSU-Innenminister diese Erfolgsgeschichte mittlerweile ans eigene Revers hefte: "Die Zulassung von Frauen in den uniformierten Dienst musste gegen heftige Widerstände der CSU erkämpft werden", erinnerte die grüne Innen-Expertin. So habe sich die CSU in den achtziger Jahren vehement und mit den abstrusesten Argumenten gegen die Öffnung der Schutzpolizei für Frauen gewehrt: "Die Vorstellung von bewaffneten Frauen in Uniform hat manchem konservativen Volksvertreter einfach nicht ins muffige Weltbild passen wollen." Sogar von "Flintendamen" sei seinerzeit im Landtag despektierlich die Rede gewesen.

Der Innenminister müsse nun bei aller Feierlaune auch dafür sorgen, dass die Arbeitsbedingungen bei der Polizei frauen- und familienfreundlicher gestaltet würden. Noch immer seien Kinderbetreuungsmöglichkeiten Mangelware und die Personaldecke reiche nicht aus, um Polizistinnen und Polizisten in der Elternzeit vertreten zu können, so Susanna Tausendfreund. "Der Dienstherr hat hier noch eine ganze Reihe unerledigter Hausaufgaben vor sich."

Susanna Tausendfreund
Innenpolitische Sprecherin
Tel: 089/4126-2774
Fax: 089/4126-1010
Email.: susanna [dot] tausendfreund [at] gruene-fraktion-bayern [dot] de (Susanna Tausendfreund)