Die Grünen im Bayerischen Landtag sehen die Bewältigung des doppelten Abiturjahrgangs kritisch. „Die Staatsregierung verspricht seit Jahren bessere Studienbedingungen“, erklärt die hochschulpolitische Sprecherin Ulrike Gote. „Doch statt für spürbare und dringend nötige Verbesserungen bei den personell und finanziell nicht genügend ausgestatteten Hochschulen zu sorgen, wird nur das schlechte Niveau von 2005 gehalten – und teilweise nicht einmal das.“
So müssten Vorlesungen wegen Überfüllung abgebrochen oder in Kinosäle ausquartiert werden, es herrsche akute Wohnungsnot für Studierende, Bibliotheken seien völlig überfüllt, die Mensen würden aus allen Nähten platzen. „Es ist also wenig zielführend, die schlechten Studienbedingungen von früher als Maßstab zur Bewältigung des doppelten Abiturjahrgangs von heute zu nehmen.“
Entscheidend sei, wie viele StudienanfängerInnen tatsächlich die Hochschulausbildung abschließen werden. „Die Arbeit fängt jetzt erst an. Der doppelte Abiturjahrgang ist dann erfolgreich gemeistert, wenn alle Studierenden einen Abschluss haben“, so Ulrike Gote. Ohne eine spürbare Verbesserung der Studienbedingungen steige das Risiko, dass Erstsemester ihr Studium abbrechen anstatt beenden werden.
