05. Juli 2017

Nur Umsteuern in der Agrarpolitik kann Höfesterben vorbeugen

„Wenn wir in der Agrarpolitik jetzt nicht umsteuern, werden wir in den nächsten zehn Jahren ein Fünftel der Betriebe verlieren.“ Diese Erkenntnis nimmt unsere agrarpolitische Sprecherin, Gisela Sengl, aus der Expertenanhörung „Entwicklung einer sozialen und nachhaltigen gemeinsamen Agrarpolitik nach 2020“ an diesem Mittwoch mit. Zwar sei das Primärziel der europäischen Landwirtschaftspolitik – die Produktion bezahlbarer Lebensmittel – erreicht, „aber auf Kosten immenser sozialen Verwerfungen und großer Umwelt-, Natur-, Klima- und Tierschutzprobleme“, so Gisela Sengl.

Wir fordern eine Anpassung der Förderstrukturen, indem die Hektarprämien entweder an öffentliche Leistungen geknüpft oder in die zweite Säule umgeschichtet werden, aus der Agrarumweltmaßnahmen und Tierschutz finanziert wird. „Auch die Forderung der Experten, die Agrarzahlungen pro Arbeitskraft auf einen Facharbeiterlohn zu deckeln, scheint mir sinnvoll“, argumentiert Gisela Sengl, „damit würden EU-Mittel auf kleiner Betriebe umgelenkt.“

Neben der Förderpolitik müsse sich indes auch die Preispolitik des Lebensmittelhandels ändern. Gisela Sengl: „Hier ist die EU gefordert, unfaire Praktiken zu beenden. Billigmilch unter den Produktionskosten darf nicht mehr in den Regalen stehen, weil der Verkauf der Produkte den Bauern am Ende mehr einbringen muss, als die Förderzahlungen der EU!“

Gisela Sengl
Sprecherin für Agrarpolitik, Stellvertretende Fraktionsvorsitzende
Tel: 089/4126-2542
Fax: 089/4126-1135
Email.: gisela [dot] sengl [at] gruene-fraktion-bayern [dot] de (Gisela Sengl)