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München (bea). Die Grünen im Bayerischen Landtag kritisieren den heutigen Kabinettsbeschluss, in dem sich die Staatsregierung mit der Zweiten S-Bahn-Röhre und der Flughafenanbindung auf ein konkretes Konzept zum Bahnknoten München festlegt. "Das ist eine klare Missachtung des Parlaments", erklärt der verkehrspolitische Sprecher Martin Runge. "Erst letzte Woche hat der Wirtschafts- und Verkehrsausschuss beschlossen, sich nicht auf die Zweite S-Bahn-Röhre festzulegen." Stattdessen habe man sich mit ganz breiter Mehrheit auf eine Anhörung über Wege und Maßnahmen zur Ertüchtigung des Bahnknoten Münchens insgesamt und eine vertiefende Untersuchung zum Nordtunnel geeinigt.
Die Grünen geben zu Bedenken, dass in die Röhrenplanung seit 2001 schon zig Millionen geflossen seien, aber aus gutem Grund bislang nichts vorangekommen sei. "Spätestens seit dem Finanzmarkt-Debakel und der Wirtschaftskrise müssen Milliardeninvestitionen der öffentlichen Hand weitaus gründlicher hinterfragt werden, als dies bislang häufig der Fall war. Eine Milliardensumme ausgeben zu wollen für die Zweite S-Bahn-Röhre und damit für eine Strecke, deren Resultat gerade einmal drei Zugpaare mehr je Stunde in der Hauptverkehrszeit im S-Bahn-Stammstrecken-Verkehr sein soll, sollte sich von selber verbieten", so Martin Runge. Die Zweite S-Bahn-Röhre schaffe für den Regionalverkehr eben keinen Nutzen, stelle aber für viele Fahrgäste massive Verschlechterungen in der Bedienungsqualität dar und sei nicht zuletzt mit großen Sicherheitsproblemen verbunden.