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20. Juni 2008

Umweltpakt ist Mogelpackung

Grünes Mäntelchen für Betriebe bringt noch lange keinen Fortschritt im Umweltschutz - Sündenfall Autoindustrie

München (sip). Die Grünen haben den Umweltpakt der Staatsregierung als ökologische Mogelpackung kritisiert: "Der Umweltpakt ist nicht mehr als ein Feigenblatt", sagte die umweltpolitische Sprecherin Ruth Paulig. Die Grünen vermissen insbesondere eine ganzheitliche ökologische Verpflichtung der beteiligten Betriebe: "Um sich als Unternehmen im Umweltpakt einen grünen Anstrich zu geben, genügt es nicht, sich um eine Senkung des Energieverbrauchs zu kümmern. Das ist in Zeiten explodierender Energiekosten eine unternehmerische Selbstverständlichkeit, die noch lange keine Aussage darüber trifft, wie umweltfreundlich ein Betrieb in der Gesamtbilanz ist." Die ökologische Ausrichtung beweise sich zum Beispiel auch am Flächenverbrauch oder der öffentlichen Verkehrsanbindung eines Unternehmens. Wie durchsichtig das Konstrukt des Umweltpakts mit seinen freiwilligen Verpflichtungen sei, zeige sich am Beispiel der bayerischen Automobilindustrie: "Auch BMW und Audi reihen sich in die Unternehmen des bayerischen Umweltpakts ein", erklärte Ruth Paulig. "Doch gerade diese beiden Betriebe versuchen derzeit an vorderster Front, einen strengeren Emissionsgrenzwert für Autos zu verhindern. Damit torpedieren ausgerechnet zwei Umweltpaktbetriebe entscheidende Schritte hin zu mehr Klimaschutz – und die Staatsregierung unterstützt sie dabei auch noch nach Kräften."

 

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