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20. März 2008

BayernLB verkauft Kredite an US-Investmentfonds

Eine Bank, die dem öffentlichen Interesse verpflichtet ist, gibt Schuldner an „Heuschrecke“ weiter – Grüne fordern Aufklärung

München (sip). Die Bayerische Landesbank hat offenbar Kredite ihrer Kunden an einen amerikanischen Investmentfonds weiterverkauft. Wie die Schwäbische Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe berichtet, steht deshalb eine Bildungseinrichtung, die Akademie Schönbühl in der Nähe von Lindau, vor der Zwangsräumung. Der neue Gläubiger Cerberus, der seit Jahren im großen Stil Immobilien und Hypothekenkredite in Deutschland aufkauft, will offenbar aus dem Projekt eine höhere Rendite erzielen. "Wir halten es für hochproblematisch, dass die halbstaatliche Landesbank, die ja im öffentlichen Interesse handeln soll, Kredite ihrer Kunden einfach an amerikanische Finanzinvestoren weiter verscherbelt", kritisierte der haushaltspolitische Sprecher der Grünen, Thomas Mütze.

Cerberus gilt in Brachenkreise als so genannter "Geierfonds", der seine Gewinne weltweit aus der Übernahme angeschlagener Firmen erzielt. "Die Staatsregierung wird uns dringend erklären müssen, in welchem Umfang die BayernLB derartige Deals mit US-Heuschreckenunternehmen tätigt. Aus unserer Sicht ist das mit dem öffentlichen Auftrag der Landesbank nicht zu vereinbaren." Schließlich sei die BayernLB laut Landesbankgesetz verpflichtet, öffentliche Aufgaben zu erfüllen, darunter insbesondere die Strukturförderung: "Eine angesehene Bildungseinrichtung platt zu machen, zählt sicher nicht dazu."

Thomas Mützegeht davon aus, dass der Verkauf von Kreditforderungen in Lindau kein Einzelfall war. Nach Recherchen der Grünen hat die Bayerische Landesbank bereits im Jahr 2005 ein Kreditpaket im Nennwert von 400 Millionen Euro an Cerberus verkauft. "Wir wollen die Hintergründe dieser Geschäfte wissen und was aus den Schuldnern nach der Übernahme durch Cerberus geworden ist", fordert Thomas Mütze. "Insbesondere aber fordern wir dringend Aufklärung darüber, ob die Mitglieder der Staatsregierung im Landesbank-Verwaltungsrat über Kreditverkäufe an US-Fonds gewusst und sie am Ende auch noch gebilligt haben."

 

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