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Die Grünen haben zum ersten Schultag mit einer Aktion vor dem Münchner Luisengymnasium gegen das in Bayern neu eingeführte Büchergeld protestiert. "Das Büchergeld ist eine weitere soziale Hürde, die den Zugang zu Bildung noch stärker vom Geldbeutel der Eltern abhängig macht", sagte die Fraktionsvorsitzende Margarete Bause. Mit Beginn dieses Schuljahres müssen Grundschulkinder 20 Euro, Schülerinnen und Schüler an Haupt-, Realschulen und Gymnasien 40 Euro für die bislang kostenfreie Schulbuchausleihe bezahlen. Unter dem Motto "Büchergeld ist Falschgeld" verteilten Margarete Bause und Theresa Schopper daher 20-Euro-Blüten mit dem Konterfei von Ministerpräsident Stoiber an die feixenden Schülerinnen und Schüler.
Die Grünen fordern die sofortige Abschaffung des Büchergelds. Schon jetzt, so ihre Kritik, sei es um die Chancengerechtigkeit im bayerischen Schulsystem schlecht bestellt: "Ein Akademikerkind hat in Bayern 10 mal bessere Chancen, aufs Gymnasium zu gehen als ein Arbeiterkind", verweist die Landesvorsitzende Theresa Schopper auf die Ergebnisse der PISA-Studie. Schon jetzt sei der Schulbesuch gerade für Familien mit mehreren Kindern eine deutliche finanzielle Belastung: Nach Berechnungen des bayerischen Elternverbands braucht ein Gymnasiast in der 7. Klasse bereits ohne Büchergeld 960 Euro pro Jahr für Schulmaterial, Kopiergeld bis hin zu Klassenfahrten. Auch die versprochene "soziale Abfederung", mit der die Staatsregierung finanzschwache Familien unterstützen will, trage in hohem Maße dazu bei, Kinder wegen ihrer sozialen Herkunft zu stigmatisieren. Margarete Bause: "Wer möchte schon, dass in der Schule Informationen über die finanziellen Verhältnisse im Elternhaus die Runde machen?"
Wie auch von den Kommunen heftig beklagt wurde, werden die Einnahmen aus dem Büchergeld zu einem großen Teil durch ein hochbürokratisches Einsammel-Verfahren aufgefressen: Einer mehrseitigen Verordnung des Kultusministeriums zufolge müssen sich Schulen und Kommunen bis hin zum Hausmeister die Zuständigkeiten für das Eintreiben des Büchergeldes hin und her schieben. "Das Büchergeld ist ein Auswuchs von Stoibers Sparwahn, der die soziale Schieflage in unserem Bildungssystem nur weiter verschärft", so Margarete Bause und Theresa Schopper. "Es gehört daher schleunigst wieder abgeschafft."
Um wenigstens den Schülerinnen und Schülern des Luisengymnasiums im Kampf gegen das Büchergeld unter die Arme greifen zu können, verlosten die beiden grünen Politikerinnen bei ihrer Aktion Büchergeld-Gutscheine für drei Jugendliche.